Orgelsommer: Vielfalt der Originale

LUZERN ⋅ Der Organist Wolfgang Sieber lädt seinesgleichen ein an den Orgelsommer in der Hofkirche Luzern. Und öffnet gleich im Eröffnungskonzert die Tore zur Welt.
15. Juli 2017, 05:00

«Originale» gibt es nur einmal, weil sie Unikate sind. Da wirkt es selbst-ironisch, wenn das Orgel-Original Wolfgang Sieber den von ihm programmierten Orgelsommer in der Hofkirche unter das Motto «Characters – Originale I» stellt.

Auf die stilistisch vielfältige Internationalität dieses Orgelsommers stimmt Sieber ein im Eröffnungs­konzert: mit «Seven Ethnic-Toccatas», die der Organist an der Hofkirche nach griechisch-persischen, afroamerikanischen, südamerikanischen und älplerisch-schweizerischen Themen komponiert hat. (Vernissage der CD «sieberspace IV»: Dienstag, 18. Juli, 20.00.)

Unter den übrigen Originalen sind Organisten aus Russland, Schweden, Kanada, Paris, Bergamo und München. Sie spielen grosse Repertoire-Klassiker (wie Mussorgskis «Bilder einer Ausstellung», 25. Juli), Musik aus ihrer Heimat (schwedische Volkslieder vor Ravels «La Valse», Gunnar Idenstam, 15. August) oder eigene Improvisationen– bis hin zur eigenen «Improvisierten Sinfonie» des Kanadiers David Briggs (8. August). Originell ist einmal mehr das volkstümliche Konzert zum Nationalfeiertag mit Swissmix (Gesangsensemble), Nicolas Senn am Hackbrett, Alphorntrio und Sieber an der Orgel (Montag, 31. Juli). Ein Original eigener Art ist der 88-jährige Chorherr Georges Athanasiadès aus der Abtei Saint-Maurice, der mit einem Programm von Bach bis zu eigenen Werken Geschichte zum Klingen bringt (12. September).

Dass die Hoforgel selber ein Original ist, beweisen auch die Gewitterkonzerte, die Sieber an jedem Konzert-Dienstag um 12.15 auf der Empore gibt. Wie bei richtigen Gewittern ist da jedes einzigartig und anders. Eben ein Original.

Urs Mattenberger

Jeweils am Dienstag, 18. Juli, bis 9. September, 12.15/20.00
Hofkirche, Luzern www.hoforgel-luzern.ch

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