Mein grösster Schatz

Auf dem Estrich stiess ich auf eine alte Kiste, die ich noch nie gesehen hatte. Hastig öffnete ich den Deckel. Es hatte viele kleine Stoffreste drin. Ich dachte, es sei nichts Spannendes, und wollte den Deckel schon wieder zumachen, als mir ein altes, zerfetztes Blatt auffiel. Ich nahm es in die Hände und war total verblüfft, als ich sah, dass es eine Schatzkarte war. Ich überlegte mir, wo das war. Plötzlich fand ich heraus, dass es das alte Baumhaus im Wald war. Ich wollte unbedingt diesen Schatz finden. Also zog ich schnell meinen warmen Mantel an.

Draussen war es windig und kalt, aber ich ging trotzdem raus. Ich rannte, so schnell ich konnte, in den grossen, tiefen Wald hinein. Als ich beim Baumhaus angelangt war, stieg ich die lange, hohe Leiter hinauf. Das war gar nicht mal so einfach, weil sich die Leiter die ganze Zeit bewegte. Ich erschrak, als ich nach unten schaute, wie hoch oben ich schon bin. Als ich es endlich geschafft hatte, war ich in einen grossen Raum angelangt. Der Raum hatte viele Kisten drin. Grosse, kleine, hohe und dicke. Jetzt musste ich einfach in alle Kisten hineinschauen! In einer eher kleineren Kiste befand sich ein altes, zusammengerolltes Papier.

Ich rollte es ausei­nander und las die alten Buchstaben, auf denen geschrieben ist: Wenn man darauf ist, ist es unter dir, und wenn man unter ihr ist, ist es ob dir ... ich überlegte einen kurzen Moment, bis es mir in den Sinn kam: Na klar, die Brücke, die in der Nähe von unserem Haus ist ... Ich kletterte schnell die Leiter hinunter und rannte im Eiltempo zur Brücke.

Als ich angekommen war, hatte es aufgehört zu stürmen. Plötzlich sah ich meine Mutter dort stehen und fragte verblüfft: «Was machst du denn da?» – «Was machst denn du da?», fragte meine Mutter zurück. «Einen Schatz suchen», gab ich als Antwort. Plötzlich nahm sie mich augenzwinkernd in die Arme. Plötzlich begriff ich den Schatz ... Meine Mutter.

Lorine Imholz, Bürglen, 5. Primar

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