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Die Gallier müssen noch aufholen

BUTTISHOLZ/GISWIL ⋅ Asterix und Obelix verloren im Sommerlager der Jungwacht Buttisholz in Giswil für einmal gegen Cäsars Truppen. Wollen die Gallier gegen die Römer noch gewinnen, müssen sie neuen Zaubertrank brauen.

Natalie Ehrenzweig
region@luzernerzeitung.ch

Skandal! In Gallien wurde die Geschichte umgeschrieben! Die Römer haben die Gallier besiegt! Dies geschah im Sommerlager der Jungwacht Buttisholz. Das Lager steht unter dem Motto «Asterix und Obelix». «Der rote Faden ist: Die Römer greifen an, und die Gallier haben keinen Zaubertrank mehr», erzählt David Birrer, Lagerleiter.

47 Jungs – einer musste mit gebrochenem Arm nach Hause – zwischen 8 und 16 Jahren haben auf dem Obwald-Platz im Wald bei Giswil ihre Zelte aufgeschlagen. «In der ersten Woche war das Wetter okay, die zweite Woche war etwas nasser», sagt der Lagerleiter. «Aber wir sind trocken geblieben», betont Louis Brunner (10) und deutet dabei auf die Zelte, die auf Holzplateaus gebaut sind.

Überhaupt ist der Lagerplatz der Jungwacht beeindruckend. Das hohe Tor am Eingang macht gleich klar, wo man ist. Neben dem Fussballplatz, dem Essenszelt und dem Materialmagazin, zu dem nur die zwanzig Lagerleiter Zugang haben, haben die Kinder auch eine Dusche mit einer Sauna gebaut. «Jeden zweiten Tag können wir hier in die Dampfsauna», erklärt Elia Aregger (13). Es gab einen Buebetag, an dem die Leiter einen Ausflug machten und die ältesten Kinder die Leitung übernahmen. «Natürlich blieben ein paar Leiter im Lager, für den Notfall», erzählt der Lagerleiter, der – wie alle – farbige Fingernägel hat. Gestern hätten die Leiterinnen vom Blauringlager Buttisholz mit den Jungwacht-Leitern die Plätze getauscht. «Wir haben eine Modeschau gemacht und die Fingernägel angemalt», erzählt Louis Brunner. Doch er sei sonst eigentlich froh, etwas Ruhe vor den Mädchen zu haben.

Stolzer Römer und ein Friedensangebot

Für ein Asterix-und-Obelix-Lager ist es natürlich erforderlich, dass die Gallier und die Römer gegeneinander kämpfen. «Wir hatten zwei Kampftage und einen Nachtfight mit Leuchtbändeln», erzählt David Birrer. «Die Römer haben gewonnen», so Louis Brunner. Nicht ohne ein stolzes Grinsen, denn der 10-Jährige gehörte zu den Römern.

Wie bringt man Gallier und Römer friedlich zusammen? David Birrer bläst in die Fanfare und ruft die Jungwächtler zusammen. Die feinen Nussschnecken der Confiserie Bachmann und Ramseier-Apfelschorle stimmen die Kontrahenten versöhnlich. Man hört ein einstimmiges «Mhmmm» und ein lautes Zigizagi zum Dank.

Die Küche zaubert, doch der Zaubertrank fehlt

Im Sommerlager herrscht in mancher Hinsicht Ausnahmezustand. Die Kinder haben etwa keine Handys dabei. Einen Elternbesuchstag gibt es nicht. Abends geht’s zwar nach dem Programm ins Bett, aber solange es ruhig sei, müsse nicht gleich geschlafen werden. «Wir jassen manchmal noch», sagt Louis Brunner. «Meist schlafen sie schnell ein», so Birrer schmunzelnd.

Stellvertretend für die Lagerbewohner loben Louis Brunner und Elia Aregger die Küchenmannschaft. «Das Essen ist gut. Gestern gab es Älplermagronen, am ersten August haben wir Raclette gegessen», so Elia. Also keine Wildschweine. Ob die Gallier bis Ende des Lagers noch genug vom Zaubertrank brauen können und die Oberhand über die Römer gewinnen, wird am Tag der Heimreise entschieden sein.

Aus welcher Idee heraus ist der Lagerdraht entstanden? Unsere Projektleiterin Elisabeth Portmann erklärt, was hinter dieser Aktion der Luzerner Zeitung steckt. Und warum Smartphones in vielen Lagern weiterhin verbannt sind. (Tele1, 09.08.2017)

Lagerdraht: Bilder von 2017

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