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Er hilft seiner Mutter, so gut er nur kann

LZ-WEIHNACHTSAKTION ⋅ Auch junge Menschen müssen mit schwierigen Lebenssituationen klarkommen. Und tun dies oft erstaunlich gut. So etwa der Luzerner Mario S., der mit seiner Mutter zusammenlebt. Doch dieses Jahr ist er in eine Notlage geraten.

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Er musste früher erwachsen werden als andere. Mario S. wohnt zusammen mit seiner Mutter in einer Luzerner Vorortsgemeinde. Er ist ohne Vater aufgewachsen, weil dieser vor Marios Geburt aus dessen Leben verschwand. Seine Mutter meisterte die schwierige Situation so gut sie konnte. Mario sagt heute, dass er ­keine schlechte Kindheit gehabt habe. «Natürlich habe ich irgendwann gemerkt, dass Kinder aus anderen Familien mehr Möglichkeiten haben als wir, etwa wenn es um ein neues Handy oder einen Internetzugang ging. Aber das hat mich nicht übermässig gestört.»

Doch seiner Mutter ging es nicht ­immer gut. Die Aufgaben als Alleinerziehende und Erwerbstätige zugleich belasteten sie zunehmend, führten auch zu gesundheitlichen Problemen. Auch die Einkommensituation verschlechterte sich. Mario musste schon in jungen Jahren lernen, mit den unterschied­lichen Verfassungen seiner Mutter umzugehen. Und wurde für sie zu einer grossen Stütze.

«Es war ganz selbstverständlich für mich, etwa im Haushalt mitzuhelfen. Das liegt mir ohnehin gut. Ich bin in solchen Sachen recht pingelig», schmunzelt der inzwischen 20-Jährige. Noch heute lebt er mit seiner Mutter zusammen. Er hat eine Lehre als Logistiker absolviert und ist heute Festangestellter in einem hiesigen Betrieb. Entsprechend trägt er den gemeinsamen Haushalt auch finanziell stark mit, zumal es seiner Mutter gesundheitlich weiterhin nicht immer gut geht.

Diesen Sommer Entzündung am Herzen

Doch dieses Jahr gab es auch für ihn eine schwierige Situation. Nachdem er bereits 2016 eine Operation wegen eines Leistenbruchs über sich ergehen lassen musste, musste er diesen Sommer erneut ins Spital. Herzbeutelentzündung, so lautete die Diagnose. Zwar stellten ihm die Ärzte danach eine gute Prognose, aber Mario blieb längere Zeit krankgeschrieben und musste auch einen Teil der Kosten übernehmen. Was sein schmales Budget überfordert hat. Hier sprang die LZ-Weihnachtsaktion ein.

Mario kann nun, von dieser Last befreit, sein Leben weiterführen. Spannend, aber auch anspruchsvoll ist für ihn, dass er seit einigen Monaten nun auch erstmals Kontakt mit seinem Vater hat. «Er hat sich gemeldet. Ich bin nicht nachtragend in Bezug auf das, was ­damals geschehen ist. Darum bin ich bereit, ihn nun ab und zu auf einen Kaffee zu treffen.» Die Annäherung sei noch etwas schüchtern. «Da brauchen wir wohl beide noch etwas Zeit. Ich habe aber bereits die eine oder andere Ähnlichkeit zwischen uns entdeckt. Eben etwa die Pingeligkeit im Haushalt.»

Mario kann sich gut vorstellen, noch ein paar Jahre mit seiner Mutter zusammenzuwohnen. Und er fühlt deswegen auch keinerlei Druck. Irgendwann will er dann schon in eine eigene Wohnung ziehen. «Spätestens, wenn ich meine Traumfrau kennen gelernt habe», lacht er. Als tüchtiger Berufsmann und vor allem derart versiert im Haushalten hat er sicher hervorragende Chancen.

Von den Eltern rausgeworfen

Mit einer besonders schwierigen Situation muss die 19-jährige Monika zurechtkommen. Nach heftigen Konflikten mit ihren Eltern musste sie von zu Hause ausziehen. Das traumatische Erlebnis hat zu schweren psychischen Problemen geführt. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft ihr mit einem Beitrag. In der Zwischenzeit ist ihre Verfassung stabil, sie hat ­einen Platz in einer Wohngemeinschaft gefunden und den Wiedereintritt in die kaufmännische Ausbildung geschafft. Die Prognosen der Lehrpersonen für ­einen erfolgreichen Abschluss sind ausgezeichnet, auch den notwendigen Praktikumsplatz hat sie sich bereits organisiert. Alles deutet darauf hin, dass Monika der Weg in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben gelingen wird.

Auch Patrick (17) kann Hilfe gut gebrauchen. Er hat drei deutlich jüngere Geschwister, seine Mutter leidet an einer psychischen Erkrankung, der Vater arbeitet Vollzeit, um die Familie einigermassen über die Runden zu bringen. Damit liegt es auch an Patrick, neben der Lehre zu Hause viel zu machen, sich um die Geschwister zu kümmern. Deshalb hat er viel weniger Zeit als andere Leute seines Alters, etwa für Freizeitaktivitäten.

Nun ist das jüngste Geschwister schwer erkrankt und braucht intensive Betreuung. Die Kosten dafür haben das ohnehin schmale Familienbudget komplett aus dem Lot gebracht. Die LZ-Weihnachtsaktion finanziert eine gewisse Entlastung durch Fremdbetreuung mit. Dafür ist auch Patrick sehr dankbar. Auch wenn er weiterhin sehr engagiert ist, kann er sich wieder mehr auf seine Lehre konzentrieren und auch mal etwas mit seinen Kollegen unternehmen.

Nach dem Vater auch die Mutter verloren

Gerade 13 Jahre alt ist Larissa und muss den Tod ihrer Mutter verkraften. Ihren Vater hat sie nie gekannt. Sie lebt in einem Kinderhaus, bis vor kurzem konnte sie zu ihrer Grossmutter in die Ferien. Doch dies ist nun aus Altersgründen nicht mehr möglich. Mit Larissas Waisenrente liegt die Teilnahme an Ferienlagern nicht drin. Die LZ-Weihnachtsaktion unterstützt dies mit einem Beitrag. Ferienlager sind für Larissa besonders wertvoll in Hinblick auf Kontakte mit Gleichaltrigen. Und als Abwechslung zum Heimalltag. Sie freut sich sehr über die Unterstützung und spürt auf diese Weise schon in jungen Jahren ein gesellschaftliches Umfeld, das Menschen in Not nicht im Stich lässt.

* Alle Namen der Redaktion bekannt.