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Sohn kommt zur Welt, sein Vater stirbt

LZ-WEIHNACHTSAKTION ⋅ Der alleinerziehenden Manuela B. scheint das Glück endlich hold. Ein neuer Mann tritt in ihr Leben, die beiden bekommen ein Söhnchen. Eine Woche nach der Geburt verunfallt der Kindsvater. Dies ist nicht nur für die junge Mutter eine Tragödie.

Arno Renggli

arno.renggli@luzernerzeitung.ch

Es ist eines dieser Ereignisse, wo man sich fragt: Falls da tatsächlich ein höheres Wesen über uns wacht und vielleicht willentlich Einfluss nimmt: Was denn bitte schön könnte hier der Sinn sein?

Manuela B., die im Luzerner Seetal wohnt, hat eine Scheidung hinter sich. Besonders schwierig ist die Situation auch für ihren Sohn Luca, denn aufgrund der Umstände hat er den Kontakt zu seinem Vater fast gänzlich verloren.

Doch vor fünf Jahren wendet sich das Blatt. Manuela B. lernt Franz kennen. «Ich habe zuerst gezögert, weil ich Angst vor einer neuen Beziehung hatte.» Doch Franz bleibt hartnäckig, gewinnt ihr Vertrauen und ihre Liebe. Die beiden ziehen zusammen. Nicht nur Manuela ist glücklich darüber, sondern auch Luca. Er versteht sich mit dem neuen Mann an der Seite seiner Mutter ausgezeichnet, die beiden unternehmen viel zusammen. «Du bist mein Papa Franz», sagt Luca schon bald einmal. «Luca hat sich durch die Beziehung sehr positiv verändert, ist viel offener und fröhlicher geworden», erzählt Manuela B. Sie ist nun sogar bereit für ein zweites Kind, es klappt schnell mit der Schwangerschaft. Die beiden sind glücklich. Sie planen, nach der Geburt zu heiraten. Am 16. Juni dieses Jahres kommt der kleine Fränz – sein Name von dem des Vaters abgeleitet – zur Welt.

«Als ich seine Hand nahm, reagierte er nicht mehr»

Eine Woche nach der Geburt begleitet Franz den fussballbegeisterten Luca an ein Turnier in einer Nachbargemeinde, wo Luca mitspielt. Luca fährt danach mit seiner Mutter nach Hause, Franz verspätet sich, weil er sein Handy sucht. Dann fährt er mit dem Velo nach Hause. Doch dort kommt er nie an. Manuela B. wird von einer Nachbarin informiert, dass Franz verunfallt ist. Sie eilt zur Unfallstelle, Franz ist noch dort, wird medizinisch betreut. «Als ich seine Hand nahm, reagierte er nicht mehr», erzählt Manuela. «Da war mir fast schon klar, dass er tot ist.» Franz wird ins Spital überführt, aber der erst 36-Jährige hat keine Chance. Es geht schnell zu Ende.

«Als mir sein Tod mitgeteilt wurde, brach die Welt für mich zusammen», sagt Manuela. «Alles kam über mich, der Schock, der Schmerz, die existenziellen Ängste, wie es nun für mich und die Familie mitsamt dem Neugeborenen weitergehen soll.» Unterstützung kommt sofort von Freunden, etwa aus der Guuggenmusig Wybärgschrecke, wo Franz seit vielen Jahren Mitglied ist, und von der Familie, vor allem auch aus derjenigen von Franz. Zusätzlich zur Verarbeitung der Tragödie muss vieles geklärt werden, etwa die künftige Wohnsituation. Rasch zeichnen sich Lösungen ab, auch hier spielt die Familie von Franz eine wichtige Rolle. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft mit, die schlimmste materielle Not zu überbrücken. Doch was Manuela verloren hat, kann ihr niemand wiedergeben. Und nicht nur sie leidet, sondern vor allem auch Luca.

Angst, auch noch seine Mutter zu verlieren

Der Zehnjährige hat nun zum zweiten Mal seine wichtigste männliche Bezugsperson verloren, diesmal von einem Tag auf den anderen. Der Tod von «Papa Franz» hat ihn schwer getroffen. «Er hat seine Fröhlichkeit verloren», sagt Manuela B. «Oft ist er sehr still, fast wie erstarrt, in sich gekehrt, zeigt viel weniger Freude am Leben.» Und immer, wenn er einen Traktor hört, zuckt er zusammen. Denn Franz hatte ihn öfter mal zu einer Traktorfahrt mitgenommen. «Irgendwie wartet Luca immer noch darauf, dass Franz wieder heimkommt.»

Luca gelingt es noch nicht, über seinen Verlust zu reden. «Ich spüre, dass er grosse Angst hat, dass auch mir etwas passieren könnte», meint Manuela B. «Er ist sehr anhänglich, will mich kaum aus den Augen lassen. Und auch dem Baby darf kaum jemand anderer nahekommen, so sehr will er es beschützen.» Nicht zuletzt auch die Brüder des Verstorbenen, seine Onkel, versuchen, ihm wieder Halt zu geben. Und Fussball spielt er immer noch. Das gehört zu den Dingen, die ihn hoffentlich irgendwann in eine Art Normalität zurückführen.

Der ganz kleine Mann ist der ganz grosse Halt

Und da ist eben noch sein kleiner Bruder, der nun fünf Monate alte Fränz. Er, der noch nicht wissen kann, was er verloren hat, der es irgendwann später erfahren wird, ist schon als Kleinkind der grosse Lichtblick. Und als würde er genau dies als Auftrag verstehen, ist er ein Sonnenschein, ein guter Schläfer, ein fast immer fröhlicher Charmeur, der die Menschen anlacht, sobald man ihn anschaut. Er steht dafür, dass es auch nach einem solchen Verlust vorwärtsgehen kann. Und die Lebensfreude zurückkehren wird.

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