Sind zwei Wochen Vaterschaftsurlaub in Ordnung?

VORENTSCHEID ⋅ Vater werden und zügeln: So sehr sich diese zwei Ereignisse auch unterscheiden, das Gesetz behandelt sie derzeit gleich. Zumindest wenn es darum geht, wie viele freie Tage einem Arbeitnehmer zustehen. Ist das gerecht?

16. April 2015, 15:20

In der Praxis bedeutet das oft: Wer Vater wird, erhält nur einen Tag frei. Es gibt jedoch Arbeitgeber, die grosszügiger sind. So gewährt der Bund beispielsweise seinen Angestellten seit 2013 zehn Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub.  Wie wir berichteten. 

Dies soll sich nun ändern, denn wenn es nach der zuständigen Nationalratskommission  geht, stehen Vätern künftig zwei Wochen bezahlter Urlaub zu. Sie hat gestern einer parlamentarischen Initiative von Martin Candinas (CVP, Graubünden) zugestimmt. Travailsuisse fordert sogar seit Jahren vier Wochen Vaterschaftsurlaub und wünscht sich für die entfernte Zukunft ein Modell, das noch viel weiter gehen würde.
Nicht alle sind aber begeistert von der Idee, Sebastian Frehner (SVP, Basel-Stadt) appelliert an die Selbstverantwortung der Bürger. «Der Staat muss bei solchen Dingen nicht eingreifen», sagt er, «sonst werden als Nächstes auch noch bezahlte Flitterwochen gefordert.» Auch beim Arbeitgeberverband will man von einem Vaterschaftsurlaub nichts wissen. Darüber müssten die Branchen und Betriebe entscheiden und nicht der Staat.

Was halten Sie davon? Ist es okay, wenn man als frischgebackenen Vater seine Ferientage einlöst, damit man seine Rolle als Elternteil wahrnehmen kann, oder soll doch der Staat diesem Bedürfnis entgegenkommen mit einem Vaterschaftsurlaub, finanziert über die Erwerbsersatzordnung (EO)?

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