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Kulturelle Unterschiede eine Rechtfertigung?

LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG ⋅ Die Direktorin des Hotels Monopol kämpft gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und möchte Gäste aus östlichen Ländern für ihr Anliegen sensibilisieren.

Mehrheitlich stiess die Hoteldirektorin Brigitte Haller auf Zustimmung (Artikel vom 13. Mai). Unsere Redaktion und unsere Facebookseite erhielten dementsprechend Reaktionen auf unseren Beitrag vom 8. Mai. Doch nicht alle sind der Meinung, dass es die Aufgabe des Hoteliers ist, Touristen zu «erziehen». Die einen finden, es ist die Aufgabe der Tourguides, die Touristen auf unsere Sitten und Gewohnheiten aufmerksam zu machen und andere finden es schlicht und einfach intolerant, aufgrund eines Tischstellers mit folgendem Hinweis: «Aus ethischen und moralischen Gründen werfen wir in der Schweiz keine Lebensmittel weg. Bitte schöpfen Sie sich nur, was Sie auch wirklich essen. Danke fürs Verständnis.» von anderen Kulturen zu erwarten, sich den unseren anzupassen. Schliesslich ist auch zu bemerken, dass es in asiatischen und arabischen Ländern zum guten Ton gehört, einen Anstandsrest übrig zu lassen, wie uns Knigge-Trainerin Michèle Ségouin erklärt.

Was meinen Sie dazu?
Ist es okay, Touristen für unsere Anliegen zu sensibilisieren oder hat ein Hotelier schlicht und einfach eine Dienstleistung zu erbringen, wenn dafür bezahlt wird?

rag

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Leserkommentare (15)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 14.05.2015 12:11

    Geht die Schweizer Wirtschaft für Lösungen die gute Idee aus?

    In der Schweiz geht heute ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verloren oder landet im Abfall.Jährlich also rund zwei Millionen Tonnen (www.foodwaste.ch). Frau Heller. Wie sieht Ihr Lösungskonzept für das richtige Problem, die Lebensmittelverschwendung auf dem Weg zum Teller aus?

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 13.05.2015 21:55

    Wenn ich das Bild in der LZ anschaue muss ich sagen, ja das ist kein Frühstück für Asiaten - kein Wunder wird nur daran geschnuppert und probiert - die meisten Menschen beginnen den Tag am liebsten mit etwas das ihnen behagt, das sie kennen (es muss nicht viel sein) - serviert den Gästen aus Fernost am Mittag und Abend kleinere Portionen egal welcher Cuisine (Nachreichen eine Option, aber da wird evtl. schon das Personal fehlen) als für Europäer überlich (sie essen zwar oft und gern, aber nicht zu viel aufs Mal) - studiert die Nationalcharakteren und Essgewohnheiten besser und bevormundet die Gäste in keiner Weise, so kommt ihr auf eine bessere Formel als Tischsteller - ich bin einverstanden, dass z.B. Tourleaders einiges bewirken können, vorausgesetzt sie kennen sich aus - Frau Haller, stecken Sie doch Ihre Message diskret und anständig den Tourleaders/Opinionleader - wie gross ist wohl der Unterschied betr. Verschwendung zwischen Schweizer-Haushalten und der Gastronomie pro Kopf

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    geschrieben am 17.05.2015 13:36
    als Antwort auf das Posting von Franz E. Fischer, Ebikon am 13.05.2015 21:55

    wenn ich in fremde länder gehe,zb.japan,bekomme ich auch nur das was sie essen

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    geschrieben am 16.05.2015 09:12
    als Antwort auf das Posting von Franz E. Fischer, Ebikon am 13.05.2015 21:55

    Bin oft mehrere Wochen in China gewesen und sehe dort kaum Lebensmittelverschwendung. Wenn was übrig bleibt beim Essen im Restaurant so wird das eingepackt (die Restaurants stellen das Verpackungsmaterial zur Verfügung) und mit nach Hause genommen für den nächsten Tag. Herr Fischer's Kommentar trifft das Problem sehr genau. Es liegt also nicht an den Touristen und deren Manieren sondern am Angebot! Es ist doch zu einfach immer mit dem Finger auf die Anderen zu zeigen anstatt sich mal zu fragen ob man vielleicht selbst etwas besser machen könnte um das Problem welches man hat zu lösen!

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    geschrieben am 13.05.2015 15:29

    Ich stehe absolut hinter der Frau Direktorin. Nur bin ich mir nicht sicher, ob man die asiatischen Touristen/Hotelgäste so einfach umerziehen kann...denn die haben ganze andere Sichtweise, andere (für uns oft keine) Manieren...Sie sehen das Essen, die Resten auf den Tellern nicht so wie wir, betrachten die Tiere, nicht so wie wir uns das im allgemeinen gewöhnt sind.
    Probieren kann man es. Auf jeden Fall, vielleicht anstatt mit Bildern mit den hungernden Kindern im Restaurant mit Plakaten, Broschüren? Sollte es womöglich eine Kampagne vom Tourismus Luzern da auf die Sprünge helfen...?

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    geschrieben am 13.05.2015 13:17

    Bravo zu soviel Courage, denn ein halbvoller Teller ist kein Anstandsrest!

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    geschrieben am 13.05.2015 13:16

    Spendet das Hotel Monopol die eingesparten Lebensmittel? Oder das eingesparte Geld? Oder verdienen dann die Eigentümer des Hotels einfach mehr? Ich bin ja gegen die Essensverschwendung, aber so lange Einsparungen nicht an die hungerleidenden weitergeben werden, ist es meiner Meinung nach heuchlerisch, wenn man die hungernden Kinder zeigt.

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    geschrieben am 13.05.2015 16:20
    als Antwort auf das Posting von Roger Martin, Baar am 13.05.2015 13:16

    Es ist nicht heuchlerisch, wenn jemand eine Vorreiterrolle übernimmt, die Schule machen sollte. Heuchlerisch sind die, die Bravo klatschen, aber am Buffet im Ferienhotel vor Gier jegliche Zivilisation vergessen lassen. Ich meide deshalb Hotels mit diesen unsäglichen Buffetschlachten. Ausserdem bringt es wenig, Lebensmittel nach Afrika zu schicken, solange die Verteilung nirgends gesichert ist.

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    geschrieben am 13.05.2015 12:16

    gratuliere!
    Endlich hat jemand Mut!

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    geschrieben am 13.05.2015 11:11

    Herzliche Gratulation an die Direktorin. Sollte in jedem Hotel und bei allen Selbstbedienungsbuffets so gehandhabt werden.
    Dies Ärgert mich seit Jahren in fast jedem Ferien Hotel und in verschiedenen Ländern. Zuerst waren es nur die "Neureichen" aus dem Ostblock, aber inzwischen gibt es fast keinen Unterschied mehr welche Nationalität. Für mich ist ein Zeichen mangelnder Erziehung von Seiten der Eltern. Anstand und Rücksicht gehören ebenfalls zu den Mangelerscheinungen heutzutage. Die heutige Wegwerfgesellschaft überträgt sich leider auch auf die Nahrungsmitteln. Unsere Eltern lehrten uns nur so viel auf den Teller zu laden was wir auch Essen mögen. Aber bei Allem gilt: Vorbilder Eltern - Nachahmer die Kinder. Nächste Generation usw. usw. !

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    geschrieben am 13.05.2015 11:02

    Ich war vor vielen Jahren auf einer Ferienreise mit al inklusive!
    Man musste sich richtig schämen, was da alles vergeudet wurde!

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    geschrieben am 13.05.2015 09:58

    Toll, dass jemand den Mut hat, auf diese Verschwendung aufmerksam zu machen. Es stände auch den Tourismusvereinigungen gut an, auf Sitte und Gebräuche in unserem Land aufmerksam zu machen - gerade beim Essen! Schliesslich gehört es zum Anstand, sich in einem fremden Land in der Oeffentlichkeit den herrschenden Sitten anzupassen.

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    geschrieben am 13.05.2015 08:59

    Frau Haller,
    Chapeau, ich zieh den Hut vor soviel Mut

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    geschrieben am 13.05.2015 08:53

    Die Direktorin ist zu bewundern. Aber es sind nicht nur die Asiaten. Bei jedem Brunch, oder bei anderen Gelegenheiten, wo Herr und Frau Schweizer sich selbst bedienen können, sind die Teller übervoll und die Hälfte bleibt sehr oft liegen. Es ist also eine neue Form von Anstand, die generell einkehren sollte.

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    geschrieben am 13.05.2015 08:19

    Ich war schon oft in China, div. anderen asiatischen und arabischen Ländern schon gereist, kenne ich die Sitten und Gebräuche dieser Länder. In diesen Ländern habe ich mich versucht anzupassen, beim Essenverschwenden kam ich jedoch immer an meine Grenzen und ich versuchte das so gut wie möglich eben zu vermeiden, ausser ich hätte Gastgeber damit verletzt. In div. europ. Hotels & Ferienhotels jedoch stört mich das Verhalten div. Gäste auch sehr. Es ist ihnen oft nicht bewusst, deshalb ist es wohl richtig, dass sie auf ein neues Bewusstsein hingewiesen werden. Ob nun Tischkärtchen oder zB. vom Reiseveranstalter als 'Knigge-Tip im Reiseland' wäre sicher sehr zu begrüssen. Plakate mit hungernden Kindern jedoch finde ich zuviel.
    Irgendeiner hat auch einmal damit begonnen, in Hotels Kärtchen aufzustellen mit dem Hinweis: Tücher auf Boden oder in Badewanne werden ausgewechselt - unserer Umwelt zuliebe. Wer stört sich heute daran??

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