Wann ist ein Mensch tot?

«Fremde Herzen schlagen in der Brust – seit 50 Jahren», Ausgabe vom 1. Dezember
06. Dezember 2017, 04:39

Vor 50 Jahren, im Jahr 1967, wurde in Südafrika die erste Herztransplantation ausgeführt. Kurze Zeit später, 1968, brachte eine amerikanische Kommission eine neue Definition des menschlichen Tods in die Gesellschaft: die Definition, dass der «Gehirntod» den Gesamttod des Menschen bedeute. Diese neue Definition wurde gebraucht, weil es für die Transplantationsmedizin Probleme bei der Organbeschaffung gab. Da stellt sich die Frage: Ist der Hirntod nur eine nützliche Definition, damit diese Medizin an lebensfrische Organe kommt? Wie tot ist ein Hirntoter wirklich? Der Hirntod bedeutet zwar den Ausfall sämtlicher Hirnfunktionen, aber der Körper ist noch warm, Verdauung, Stoffwechsel und Zellatmung funktionieren.

Ist ein Mensch in einem solchen Zustand nicht vielmehr ein Sterbender, in dessen Sterbeprozess brutal eingegriffen wird? Ein Sterbender, dessen Seele sich langsam vom Körper löst, kann noch längere Zeit Schmerzempfindungen haben. Und in diesem Zustand sollen ihm Organe entnommen werden? Es wäre wichtig, sich genügend zu informieren, bevor man sich für eine Organspende entscheidet. Wertvolle Infor­mationen gibt es auf der Website www.initiative-kao.de.

Cornelia Vonmoos,

Kriens

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