AHV ist als solche zu erhalten

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21. April 2017, 04:40

Die AHV-Renten sind im Verhältnis zu den Löhnen in Rückstand geraten. Sie sind für die Mehrheit der Pensionierten die wichtigste Einnahmequelle, für viele sogar die einzige. Die AHV muss ein fundiert eigenständiges Element unserer Altersvorsorge bleiben. Sie soll in ihrer Art erhalten und betreffend Inhalt zeit- und bedarfsgerecht bearbeitet werden.

Während Jahrzehnten wurde nichts Wesentliches zu ihrem Werterhalt getan. Daher hinken die Renten der Teuerung hinterher. Die Mehrheit von AHV-Bezügern ist jedoch, um zu leben, auf ihre Rente angewiesen. Gemäss Bundesverfassung müssten die obligatorischen AHV-Renten den Existenzbedarf auf Dauer sichern!

Die Rechnung der AHV schliesst von Jahr zu Jahr unterschiedlich ab. Positive Renditeaussichten der AHV sind zwar gegeben, wenn auch jährlich sowohl positive wie negative Resultate möglich sind. Mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigter und dem Anstieg ihrer Löhne nehmen die Beiträge an die AHV zu. Aufgrund der labilen Berechenbarkeit zukünftiger Einnahmen sowie der ständigen Veränderung des Verhältnisses von Anzahl Werktätiger zu AHV-Bezügern kann jedoch nicht mit Sicherheit damit gerechnet werden, dass die Rechnung auf Dauer aufgehen wird. Angeblich soll bis 2019 Ausgleich, bereits ab 2027 jedoch Verlust gegeben sein.

Seit 2012 wird daran laboriert, die AHV schlechtgeredet, sogar ihr Kollaps vorausgesagt. Mit allfällig möglichen Verlusten wird Schwarzmalerei und Angstmacherei betrieben. Die zeit- und bedarfsgerechte Stabilisierung der heutigen AHV als eigenständiges System wird dazu Gelegenheit geben, auch den hierfür erforderlichen Mittelbedarf zu decken. Die vom Bundesrat vorgesehene Gesamtlösung einer Renten­reform 2020, in Kombination und Vermischung der sicheren ersten Säule AHV mit jenen von fakultativen, fragwürdigen sowie sinkenden Säulen 2 und 3 der Altersvorsorge, ist jedoch abzulehnen. Dies, weil Letztere stets der Unbill und steten Schwankungen des Geld- und Wertschriften-Kapitalmarkts ausgesetzt bleiben werden.

Hans E. Brülhart, Luzern


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