SBB Reisemagazin September 2017

Staufrei zur Arbeit pendeln

Staus sind die tägliche Geduldsprobe der Pendler. Die Luzerner Hirslanden Klinik St. Anna AG wirkt der Verkehrsüberlastung entgegen und bietet den Angestellten ein flexibles Mobilitätskonzept. Wer nicht mit dem Auto zur Arbeit fährt, schont Nerven und Portemonnaie.
Stop-and-go im Schritttempo. So startet der Tag für über eine Viertelmillion Luzerner. Nach Feierabend das gleiche Phänomen: Stau. Um den Verkehr rund um die Hirslanden Klinik St. Anna sinnvoll zu gestalten, lancierte das Spital ein neues Mobilitätskonzept. Die Angestellten erhalten mobilitätsbezogene Gutscheine im Wert von bis zu 500 Franken, wenn sie zu Fuss, mit dem ÖV, dem Velo oder dem Motorrad anreisen. Auch eine Kombination davon ist wählbar. Parkplätze gibt es nur noch für Beschäftigte, die ausserhalb des definierten ÖV-Rayons wohnen. Geregelte Ausnahmen gibt es für Mitarbei­tende, welche rund um die Uhr Einsätze haben. Marco Hänni ist Leiter Diätküche und Dr. Peter Bertke Kaderarzt in der Klinik für Innere Medizin. Was die zwei Luzerner vom neuen Mobilitätskonzept halten, erzählen sie im Gespräch.

Die Hirslanden Klinik St. Anna AG bietet verschiedene Mobilitätsvarianten. Wie kommen Sie zur Arbeit?
Marco Hänni:
Für mich ist die Variante Langsamverkehr gemischt mit ÖV ideal. Wenn es das Wetter zulässt, komme ich mit dem Roller oder dem Velo. Wenn dann aber wieder die nässere und kältere Jahreszeit kommt, steige ich auf den Bus um.

Als Arzt hätten Sie unabhängig Ihres Wohnortes einen Parkplatz zugute. Kommen Sie mit dem Auto?
Peter Bertke:
Nein, privat wie auch geschäftlich nutze ich so oft es geht den ÖV. Zur Arbeit fahre ich mit dem Bus. Das ist umweltfreundlicher. Zu Stosszeiten dauert die Anfahrt mit dem Auto zudem länger. Deshalb fahre ich wirklich nur dann selber, wenn es zu Randzeiten einen Notfall gibt und kein Bus mehr fährt.

Wie lange dauert die Fahrt zur Arbeit?
M. H.:
Mit dem Velo oder dem Roller fahre ich rund 10 bis 15 Minuten, mit dem Bus 30 Minuten. Zu Stosszeiten brauche ich mit dem Auto auch bis zu einer halben Stunde. Somit ergeben sich für mich überhaupt keine zeitlichen Nachteile.
P. B: Mit dem Bus steige ich einmal um und bin genau 12 Minuten unterwegs. Mit dem Auto fahre ich mindestens genauso lange, wenn nicht sogar länger.

Wie schaut die finanzielle Unterstützung aus?
P. B.:
Wer zu hundert Prozent arbeitet, bekommt für die reine ÖV-Option jährlich 500 Franken in Form eines ÖV-Gutscheines (Rail-Check), wenn er auf das Auto verzichtet. Dies deckt gut zwei Drittel meines Abos, was wirklich sehr grosszügig ist.
M. H.: Bei meiner Mischvariante bekomme ich für 250 Franken Rail-Checks und 250 Franken in Form eines Gutscheins für ausgewählte Velo-, Bekleidungs- oder Motorradgeschäfte. Damit kaufte ich mir einen guten Regenschutz.

Welches ÖV-Abo nutzen Sie?
M. H.:
Das Halbtax, das ich auch nutzen kann, wenn ich beispielsweise privat an Konzerte fahre.
P. B.: Das Passepartout für die Zone 10. Damit komme ich wunderbar zurecht. Auch wenn ich Ferien habe, nutze ich es beinahe täglich.

Wie verbringen Sie die Zeit im Bus?
M. H.:
Mit Musikhören und einfach mal mit Nichtstun.
P. B.: Als ich mit dem Auto pendelte, empfand ich den Arbeitsweg immer sehr stressig. Nun kann ich mich in Ruhe hinsetzen, Musik hören und entspannen.

Nadia von Euw
 

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