Pascal Della Casa: «Ein realistisches Szenario»

SMART HOME 2030 ⋅ Die Digitalisierung hat viele Bereiche des Lebens verändert – das gilt auch für den Bau. Der Hünenberger Generalunternehmer Pascal Della Casa nennt die wichtigsten.

Die Digitalisierung macht auch vor der Planung und dem Bau eines Hauses nicht Halt. Der Hünenberger Generalunternehmer Pascal Della Casa (www.della-casa-ag.ch) ist überzeugt, dass die Fortschritte durch die Digitalisierung mehrheitlich Änderungen bringen, aber nicht überall.

Das gängigste Beispiel der Digitalisierung im Bereich Bau und Planung ist wohl jenes, dass Gebäude in der Planungsphase mit Hilfe des Computers in 3D aufgebaut werden können. «Somit können allfällige Überschneidungen bei der Haustechnik oder der Statik schon in der frühen Planungsphase überprüft und korrigiert werden. Anpassungen im Grundriss werden automatisch in den anderen Plänen wie Schnitten oder Ansichten übernommen», erklärt Della Casa.

Diese neue Arbeitsweise hat auch Auswirkungen auf die Ausführung der Arbeiten. Diese können durch die Digitalisierung auf den Baustellen besser überwacht und dokumentiert werden. «Das Baustellenjournal kann zum Beispiel mit dem iPad sofort auf der Baustelle erstellt, mit Fotos ergänzt und wenn notwendig verschickt werden», so Pascal Della Casa. Zudem könne der Bauleiter über Mobilgeräte direkt auf die aktuellen Pläne zugreifen, ohne einen dicken Papierordner dabeihaben zu müssen. «Allfällige Mitteilungen, Planungsänderungen für Handwerker oder Planer können direkt von der Baustelle aus versendet werden.»

Die Digitalisierung hat laut Pascal Della Casa die Kommunikationswege kürzer gemacht. «Gebäude sind heute sehr komplex geworden. Dies benötigt eine er­höhte Koordination der einzelnen Planer untereinander», erklärt der Generalunternehmer. Die Studie «Smart Home 2030» des Gottlieb-Duttweiler-Instituts kommt zum Schluss, dass sich der Beruf des Bauarbeiters grundlegend ändern dürfte. Für Pascal Della Casa ein realistisches Szenario. «Schon heute werden in anderen Branchen Produkte aus dem 3D-Drucker sinnvoll eingesetzt. Dies wird auch im Bereich des Bauens Einzug halten.

Den klassischen Handwerker wird es aber auch in Zukunft auf der Baustelle geben. Gewisse Arbeiten müssen weiterhin von Hand ausgeführt werden. Allerdings wird sich sein Aufgabenbereich durch die Optimierung von Abläufen verändern.» Noch hätten alle Bauberufe ihre Daseinsberechtigung, die Spezialisierung allerdings nehme zu. Den klassischen Bauzeichner gebe es nicht mehr.

Die Digitalisierung sei aber auch beim Kunden angekommen. Dieser möchte die Kontrolle darüber haben, wie beispielsweise Heizung oder Lüftung gesteuert werden. Die Bedürfnisse des Kunden, so Della Casa, müssten schon in einem sehr frühen Stadium der Planung abgeholt werden, um optimal in die Planung eines Baus einfliessen zu können. (haz)

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