Heute für morgen sparen

ANLAGEN ⋅ Mit dem Wertschriftensparen kann der Geldentwertung entgegengetreten werden. Das bedingt allerdings ein wohlüberlegtes Handeln und Vorgehen, wie Daniela Hausheer erklärt.

Interview: Charly Keiser
charly.keiser@zugerzeitung.ch

Daniela Hausheer ist seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung der Zuger Kantonalbank. Die 50-jährige eidgenössisch diplomierte Bankfachfrau leitet das Departement Marktregionen und erklärt, warum eine Anlage in Wertschriften jetzt angezeigt ist.

Daniela Hausheer, im momen­tanen Zinsumfeld bleibt kaum etwas anders übrig, als in Aktien zu investieren. Oder doch?

Die Aktien so alleine herausstreichen würde ich nicht. Vielmehr empfiehlt es sich, in Wertschriften zu investieren, und dies möglichst breit abgestützt. Genauer geht es darum, verschiedene Investitionsarten zu kombinieren.

Warum denn das?

Weil viele Leute glauben, dass sie sparen, wenn ihr Geld auf dem Sparkonto liegt. Doch dem ist nicht so. Die Kunden unterschätzen nämlich, dass sich die Kaufkraft ihres Kapitals stetig verringert. Es ist wichtig, dass man sich dessen klar bewusst ist.

Was sollen also die Sparer tun?

Eine Anlage tätigen, die langfristig ausgerichtet ist und sich entsprechend auch langfristig auszahlt.

An welche Anlagen denken Sie?

An das sogenannte Wertschriftensparen. Statt also das Geld auf dem Konto immer weniger wert werden zu lassen, empfehlen wir den Kunden einen Fondssparplan. Dank regelmässigen, gleichbleibenden Einzahlungen kommt mit den Jahren ein Betrag zusammen, mit dem sich später ein Traum verwirklichen lässt. Zum Beispiel der Kauf eines Eigenheims.

Wie sieht dieser Plan genau aus?

Der Kunde investiert in einen Fonds, das heisst, der Kunde legt sein Geld in einen Topf, aus dem gemeinsam Anlagen von einem Fondsmanager getätigt werden. Dabei wird der unterschiedliche Risikoappetit berücksichtigt. Gemeinsam mit dem Kunden analysieren wir, welches Risiko tragbar und vernünftig ist. Der Kunde entscheidet dann, in welchen Plan er welchen Betrag regelmässig einzahlen will.

Wie sicher ist dieses Sparen?

Zieht man auch den Zeitfaktor ­hinzu, überdurchschnittlich. Denn es geht um ein langfristiges In­vestieren, bei dem kurzfristige Schwankungen keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Dies, weil ja immer neues Kapital hinzukommt und so bei fallenden Kursen automatisch mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile gekauft werden.

Wo liegen die Schwerpunkte?

Unser Fokus liegt bei unterschiedlichen, sich ergänzenden Anlage­themen. Ein zentrales Element beim Investieren ist dabei die Diversifikation. Das heisst, dass der Investor sein Anlagekapital in verschiedene Anlagekörbe verteilen muss, um langfristig ein positives Resultat erzielen und Risiken beschränken zu können.

Wie genau wird denn diversifiziert, was ist ein guter Mix?

Dieser hat weniger mit der Auswahl der einzelnen Titel zu tun, sondern damit, dass verschiedene Anlageklassen berücksichtigt werden. Neben Aktien und Obligationen beinhaltet ein guter Portfoliomix auch alternative Anlageklassen wie Immobilienanlagen, Rohstoffe oder Gold.

Auf was achtet die ZugerKB bei der Auswahl denn sonst noch?

Unsere Auswahl erfolgt systematisch. So investieren wir in Schweizer und internationale Aktien zwecks genügender Diversifikation. Wir unterscheiden auch zwischen in- und ausländischen Immobilienanlagen und bevorzugen Anlage­instrumente mit tiefen Verwaltungsgebühren, wie zum Beispiel ETFs.

Hat sich die Zuger KB Beschränkungen in Bezug auf Ausland­anlagen auferlegt, wie sie zum Beispiel Pensionskassen von Gesetzes wegen haben?

Wir haben keine Beschränkungen, verfolgen jedoch eine klar definierte Anlagestrategie, die aus Rendite- und Risikosicht Sinn macht. Selbstverständlich werden unsere Anlageportfolios mit einer Mehrheit inländischer Titel abgebildet. Trotzdem bringt eine Investition in global ausgerichtete Instrumente über einen langen Zeithorizont deutliche Vorteile mit sich. Der diversifizierte Ansatz plus das kluge Wertschriftensparen machen die Fondssparplanlösung so sehr attraktiv.

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