Abe will neue Einsätze fürs Militär prüfen

JAPAN ⋅ Nach der Ermordung japanischer Geiseln durch die Terrormiliz Islamischer Staat diskutiert die Regierung in Tokio über mögliche Rettungseinsätze durch das eigene Militär. Nach aktueller Rechtslage ist es nicht möglich, in Gefahr geratene Japaner im Ausland zu retten.

02. Februar 2015, 09:39

Ministerpräsident Shinzo Abe will deshalb in diesem Jahr die Rechtsgrundlage schaffen, um Japan künftig eine "kollektive Selbstverteidigung" zu ermöglichen - also in Konflikten an der Seite der USA zu kämpfen, selbst wenn es nicht direkt angegriffen wird. Dies kündigte er am Montag vor einem Parlamentsausschuss an.

Abe strebt seit längerem eine grössere Rolle des eigenen Militärs an. Kritiker werfen ihm vor, das Geiseldrama für seine Agenda zu nutzen.

Japan wird sich nach den Worten des Ministerpräsidenten jedoch auch weiterhin nicht an den US-geführten Luftschlägen gegen die Terrormiliz beteiligen. Auch erwäge man nicht, logistische Unterstützung dafür zu leisten, sagte der Rechtskonservative.

"Feiger Mord"

Zuvor hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Hinrichtung eines japanischen Journalisten durch die IS-Terrormiliz als "abscheulichen und feigen Mord" scharf verurteilt.

Dieses Verbrechen sei eine "tragische Erinnerung" an die zunehmenden Gefahren für Journalisten in Syrien und zeige einmal mehr die Brutalität des IS, heisst es in einer Erklärung des höchsten UNO-Gremiums vom Sonntagabend.

Der Islamische Staat hatte am Samstagabend im Internet ein Video verbreitet, in dem der abgetrennten Kopf des japanischen Journalisten Kenji Goto gezeigt wurde. Erst am 24. Januar hatte die Terrormiliz eine Audiobotschaft veröffentlicht, in der mutmasslich Goto zu hören war, der den Tod seines Landsmanns Haruna Yukawa bekanntgeben musste. (sda/dpa)


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