Anti-Maidan-Proteste in Moskau

UKRAINE ⋅ In Moskau sind am Samstag zehntausende Menschen gegen den Machtwechsel in der Ukraine vor einem Jahr auf die Strasse gegangen. Wie die Polizei mitteilte, zogen rund 35'000 Unterstützer von Präsident Wladimir Putin durch die russische Hauptstadt.

21. Februar 2015, 15:39

Viele Demonstranten schwenkten russische Flaggen und trugen das orange-schwarze Sankt-Georgs-Band, das auch die Separatisten in der Ostukraine als Erkennungszeichen nutzen. "Putinismus für immer", stand auf einem Schild, das eine ältere Frau hochhielt.

Ein Trupp von Kosaken zeigte ein Plakat mit der Aufschrift "Der Maidan ist eine Krankheit. Wir werden sie behandeln." Auf einem anderen Spruchband stand: "Ami, geh nach Hause - und nimm den Maidan mit."

Fernsehberichten zufolge gab es ähnliche Kundgebungen auch in anderen russischen Städten. In der Anti-Maidan-Bewegung haben sich Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen der Kriege in Afghanistan und Tschetschenien zusammengeschlossen.

Ihr Anführer Nikolai Starikow warnte die prowestliche Opposition am Samstag, auch in Russland einen Umsturz anzuzetteln. "Versucht es erst gar nicht", sagte er im russischen Fernsehen. "Unternehmt keinerlei Versuche, in Russland für Ärger zu sorgen."

Russland hatte nach den Massenprotesten in Kiew und dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert und wird von Kiew und dem Westen beschuldigt, die Aufständischen in der Ostukraine zu unterstützen.

Gedenken in Kiew am Freitag

In Kiew hatten am Freitag tausende Ukrainer der Opfer der Maidan-Proteste vor einem Jahr gedacht. Viele verharrten weinend und sich bekreuzigend vor den Fotos der Toten. Höhepunkt war eine zentrale Gedenkfeier auf dem Unabhängigkeitsplatz, an der auch Präsident Petro Poroschenko teilnahm.

Die russische Opposition hat für den 1. März eine Massenkundgebung angekündigt. Zu der Demonstration, die sich unter anderem gegen den Konflikt in der Ostukraine richtet, hat der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny aufgerufen.

Wahrscheinlich wird er aber nicht selbst daran teilnehmen können, weil er am Donnerstag zu zwei Wochen Haft verurteilt worden war. Das Gericht in Moskau begründete die Entscheidung damit, dass Nawalny eine Versammlung zur Verteilung von Flugblättern mit dem Aufruf zu der Kundgebung am 1. März in einer U-Bahnstation in der Hauptstadt organisiert habe. (sda/afp)


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