Der Osten rüstet militärisch auf

RÜSTUNGSAUSGABEN ⋅ Der Westen rüstet ab, der Osten lässt sich seine Streitkräfte immer mehr kosten. Das gilt nicht nur für den Nahen, Mittleren und Fernen Osten, sondern auch für den Osten Europas, wie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem neuen Bericht feststellt.

13. April 2015, 00:12

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2014 das dritte Jahr in Folge gesunken. Die Abnahme um 0,4 Prozent auf 1,78 Billionen US-Dollar geht nach Recherchen des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) vor allem auf Kürzungen in Westeuropa, Nord- und Südamerika zurück.

China hingegen erhöhte seine Militärausgaben in den vergangenen zehn Jahren um 167 Prozent, Saudi-Arabien um 112 Prozent und Russland um 97 Prozent. Allein im vergangenen Jahr hob Moskau seine Investitionen in Waffen und Ausrüstung um 8,1 Prozent an, wurde aber von der Ukraine mit einer Aufstockung von 23 Prozent übertroffen.

Minimalist Deutschland

Deutschland entfernte sich 2014 weiter vom NATO-Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. Der Anteil sank von 1,3 auf 1,2 Prozent. Damit blieb Deutschland auch weit unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,4 Prozent, aber wegen der Stärke der Gesamtwirtschaft trotzdem auf Platz acht in der Weltrangliste der Rüstungsinvestoren - hinter Indien und vor Japan.

Von den europäischen NATO-Staaten haben vor allem Polen und die drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland ihre Militärausgaben 2014 erhöht - Polen um 13 Prozent. Alle vier Länder grenzen an Russland und fühlen sich von dem mächtigen Nachbarn bedroht.

Militärgigant USA

Die USA haben trotz Kürzungen von 6,5 Prozent im Jahr 2014 ein Drittel der weltweiten Rüstungsinvestitionen getätigt. Mit 610 Milliarden US-Dollar geben die Amerikaner sieben Mal so viel Geld für ihr Militär aus wie Russland und fast drei Mal so viel wie China, die Nummer zwei in Rüstungsrangliste.

Die weltweiten Militärausgaben hatten 2011 einen Höhepunkt erreicht und sind seitdem um 1,7 Prozent gefallen. Ohne die USA hat sich der Anstieg aber weiter fortgesetzt.

Arabische Halbinsel rüstet auf

Das Land mit den höchsten Verteidigungsausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung ist der Oman mit fast zwölf Prozent vor Saudi-Arabien mit 10,4 Prozent. Unter den 20 Ländern mit Ausgaben über vier Prozent sind neun aus dem Nahen und Mittleren Osten und sieben aus Afrika.

Nur drei europäische Länder - Armenien, Aserbaidschan und Russland - geben einen so grossen Teil ihres Staatshaushalts für die Streitkräfte aus und mit Myanmar nur ein asiatisches. (sda/dpa)


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