Front National bei Gedenkmarsch unerwünscht

PARIS ⋅ Die rechtsextreme Partei Front National (FN) bleibt von dem Gedenkmarsch für die Opfer des Anschlags auf «Charlie Hebdo» am Sonntag ausgeschlossen.
09. Januar 2015, 15:52

Sie habe bei einem Treffen mit Staatspräsident François Hollande am Freitag «keine klare Aufhebung eines Verbots» erwirken können, sagte FN-Chefin Marine Le Pen am Mittag. Sie bedauere dies, fügte sie hinzu, und warf Hollandes Sozialisten und der Zentrumspartei UDI «Sektierertum» vor. Beide würden sich gegen eine Einladung der FN zu dem «Republikanischen Marsch» stellen.

Zu dem Protest- und Gedenkmarsch werden am Sonntagnachmittag hunderttausende Menschen in Paris erwartet. Neben den meisten Parteien und Gewerkschaften haben auch Menschenrechtsorganisationen zur Teilnahme aufgerufen.

Der Marsch soll die zwölf Todesopfer des Angriffs auf das Sartire-Magazin «Charlie Hebdo» würdigen. Zugleich will Frankreich damit seine Geschlossenheit demonstrieren.

Auch wenn die rechtsextreme Partei nicht offiziell eingeladen ist, unter ihrem Parteibanner mitzumarschieren, bleibt ihren Mitgliedern die Teilnahme offen. «Alle Bürger können zu Demonstrationen kommen», sagte Hollande nach dem Treffen mit Le Pen. «Es ist ihre Entscheidung.»

  • Ein Mann und eine Frau halten in Lausanne die Titelseite des heute (14.1.2015) in Millionenauflage erschienenen Ausgabe von «Charlie Hebdo» in die Kamera. Ausserdem halten sie ein Plakat auf dem steht: «Ich bin ein  Muslim. Ich bin gegen Terrorismus.» (© EPA/SANDRO CAMPARDO)
  • Ein Mann hält in Lausanne ein Plakat und einen Stift in die Luft, um an die Opfer des Attentats in Paris zu gedenken. (© SANDRO CAMPARDO)
  • Menschen mit Plakaten in Lausanne: «Je suis Ahmed» (Ich bin  Ahmed) ist darauf zu lesen. (© SANDRO CAMPARDO)

Auf der ganzen Welt gingen Leute unter dem Motto "Je suis Charlie" auf die Strasse und brachten damit ihre Trauer über das Attentat von Paris zum Ausdruck.

  • Wilde Schiesserei im jüdischen Supermarkt in Paris.  (© Keystone)
  • Geiseln werden von der Polizei in Sicherheit gebracht. (© Keystone)
  • Polizei und Rettungskräfte im Einsatz beim Supermarkt in Paris. (© Francois Mori)

Zwei Tage nach dem Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins «Charlie Hebdo» (7. Januar 2015) hat die Polizei ein Versteck der Attentäter gestürmt und die beiden Männer getötet. Zeitgleich beendeten Spezialeinheiten die Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt im Osten von Paris. Der Täter wurde getötet, vier Geiseln kamen ums Leben.

  • (© Rod Emmerson)
  • (© David Pope)
  • (© Darrin Bell)

Nach der Bluttat in der Redaktion von Charlie Hebdo melden sich Karikaturisten aus der ganzen Welt mit Solidaritäts-Zeichnungen. Wir haben einige davon gesammelt.

sda
 

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