IS gerät in Mossul in Bedrängnis

IS-VORMARSCH ⋅ Die internationale Anti-Terror-Koalition hat nach kurdischen Angaben mit einem massiven Bombardement der nordirakischen Stadt Mossul begonnen. Die Dschihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) begann mit Evakuierungen aus dem Stadtzentrum.

07. Februar 2015, 19:49

Dies berichtete das Nachrichtenportal Rudaw am Samstag unter Berufung auf einen Vertreter der kurdische Peschmerga-Armee. Auch der US-Nachrichtensender CNN berichtete von neuen Bombardierungen. Der Generalsekretär des Peschmerga-Ministeriums, Dschabar Jawar, bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass zur Stunde eine Militäroperation laufe.

Die unabhängige irakische Nachrichtenseite "Al-Sumaria" meldete unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Extremisten aus sieben Ortschaften nordwestlich von Mossul durch Luftschläge und kurdische Soldaten vertrieben worden seien.

Massengrab entdeckt

In einem der kürzlich zurückeroberten Gebiete im Norden des Landes wurde unterdessen erneut ein Massengrab mit den Leichen von 23 Jesiden entdeckt. Das Grab sei aufgrund des Hinweises eines Bewohners in der Nähe des Dorfs Bardijan gefunden und am Freitag geöffnet worden, teilte ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung am Samstag mit.

Nach seinen Angaben waren die Opfer ausschliesslich Männer; sie wurden demnach erschossen, einige von ihnen hatten die Hände gefesselt.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer hatten erst vor knapp einer Woche in der Provinz Ninive weiter südlich ein Massengrab mit rund 25 Leichen entdeckt. Nach Angaben des Regierungssprechers wird ein weiteres Massengrab mit dutzenden Leichen in der Region Hardan vermutet.

Verfolgt, versklavt, getötet

Die Jesiden sind eine religiöse Minderheit mit einem eigenständigen monotheistischen Glauben. Sie leben vorwiegend im Nordirak und sind mehrheitlich ethnische Kurden. Von der IS-Miliz und anderen militanten Sunniten werden sie als "Teufelsanbeter" verfolgt.

Der IS hatte bei seiner Blitzoffensive im Nordirak im vergangenen Sommer tausende Jesiden getötet oder gefangen genommen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden Hunderte, wenn nicht Tausende jesidische Frauen als Ehefrauen an Dschihadisten verkauft oder als Sexsklavinnen unterjocht. (sda/dpa/afp)


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