Im Süden Sibiriens brennen die Steppen

WALDBRAND ⋅ Bei verheerenden Wald- und Steppenbränden sind in Sibirien mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen und etwa 900 Wohnhäuser verbrannt. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, elf davon schwer.

12. April 2015, 21:39

Mehr als 50 Verletzte mussten in Spitälern behandelt werden. In 21 Orten der Republik im Süden Sibiriens wurde der Ausnahmezustand verhängt, wie die Behörden in der russischen Teilrepublik Chakassien am Sonntag der Agentur Interfax zufolge mitteilten.

Verteidigungsminister Sergej Schoigu genehmigte den Einsatz von Militärtechnik sowie 700 Soldaten, um die Brände unter Kontrolle zu bekommen. Das Feuer brach demnach durch unkontrolliertes und nicht genehmigtes Abbrennen von Steppengras aus.

Die Flammen breiteten sich durch extremen Wind mit 30 Metern pro Sekunde aus. Sie griffen rasch auf die Dörfer über. Viele Häuser in Sibirien sind aus Holz.

5000 Menschen helfen beim Löschen

Zivilschutzminister Wladimir Putschkow kritisierte den achtlosen Umgang mit Feuer bei extremer Trockenheit. Er rief Freiwillige zu Hilfseinsätzen auf.

Zeitweilig waren Medien zufolge bis zu 5000 Menschen mit Löscharbeiten beschäftigt. Die Behörden in der chakassischen Hauptstadt Abakan ordneten zudem den Einsatz von Löschflugzeugen an.

Steppenbrände seien ähnlich schwer zu löschen wie Feuer im Wald, sagte der stellvertretende Zivilschutzminister Alexander Tschuprijan. Jedes Jahr gingen in der Region Dutzende Gebäude in Flammen auf wegen Verstössen gegen den Brandschutz, kritisierte er.

"Diesen Brand gäbe es nicht, wenn nicht mit Streichhölzern gespielt würde. Das waren keine Kinder, sondern erwachsene Leute", betonte Tschuprijan. In Sibirien kommt es oft bereits im Frühjahr zu schweren Bränden.

Die Lage erinnert an die schweren Wald- und Torfbrände von 2010. Damals rollte eine gewaltige Feuerwalze durch Russland. Tausende Gebäude verbrannten. Bei den schlimmsten Bränden der russischen Geschichte gab es auch viele Tote. Die Umweltorganisation Greenpeace hatte den russischen Behörden immer wieder vorgeworfen, keine Lehren aus der Jahrhundert-Katastrophe gezogen zu haben. (sda/dpa)


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