NATO will weiter in Afghanistan bleiben

AFGHANISTAN ⋅ Die NATO will nach ihrem im kommenden Jahr auslaufenden Einsatz weiter in Afghanistan bleiben. Die Aussenminister der Allianz einigten sich bei ihrem Treffen im türkischen Antalya am Mittwoch mit der afghanischen Regierung auf "Leitlinien" für die neue Mission.

13. Mai 2015, 17:50

Erstmals sollen dann allerdings zivile Kräfte die Führung des Einsatzes übernehmen. "Unser Ziel wird es sein, die afghanischen Sicherheitsbehörden zu beraten und zu schulen", erklärte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Schwerpunkt der künftigen Mission könnte nach Angaben von Diplomaten die Arbeit in Ministerien in der afghanischen Hauptstadt Kabul sein.

Die aktuelle Lage in Afghanistan beschrieb Stoltenberg als weiter schwierig. "Machen wir uns keine Illusionen: Afghanistan bleibt ein gefährlicher Ort", sagte er in Anspielung auf die zahlreichen Anschläge radikalislamischer Gruppen. Die radikalislamischen Taliban hatten zuletzt Posten der Armee in Kundus angegriffen und Zehntausende Zivilisten in die Flucht getrieben.

Für die aktuellen Ausbildungsmission Resolute Support (Entschlossene Unterstützung) stellen NATO-Staaten und ihre Partner derzeit rund 13'000 Soldaten.

Kabul zufrieden

Afghanistans Aussenminister Salahuddin Rabbani sagte am Mittwoch, er sei angesichts der "neu aufgetauchten Bedrohungen" sehr zufrieden, dass sein Land auch nach 2016 mit Unterstützung der NATO-Staaten rechnen könne. Als eine dieser Gefahren nannte er das Auftauchen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan.

An dem Kampf gegen diese Gruppe werden sich die NATO-Staaten allerdings nicht direkt beteiligen. Das Mandat für Kampfeinsätze gegen radikalislamische Gruppen lief Ende vergangenen Jahres aus. Die Verantwortung für die Sicherheit im Land haben seitdem die einheimischen Streitkräfte.

Wie viele Soldaten in Afghanistan nach dem aktuellen Ausbildungseinsatz in dem Land stationiert bleiben könnten, wollte Stoltenberg nicht sagen. Über die exakte Personalstärke sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Jeder gehe aber davon aus, dass sich die Zahl der Soldaten verringern werde. (sda/dpa)


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