Keine Hinweise auf Mittäter bei Anschlag auf BVB-Bus

DEUTSCHLAND ⋅ Anderthalb Wochen nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund haben die Ermittler einen Tatverdächtigen gefasst. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft nahmen Beamte der Spezialeinheit GSG9 am Freitagmorgen einen 28-Jährigen im Raum Tübingen fest.
Aktualisiert: 
21.04.2017, 13:00
21. April 2017, 06:55

"Nach unseren bisherigen Erkenntnissen haben wir keine Anhaltspunkte für mögliche Gehilfen oder Mittäter", sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Freitag in Karlsruhe. Diese Frage werde aber dennoch bei den weiteren Ermittlungen im Blick behalten.

Zum verwendeten Sprengsatz konnte Köhler noch keine genaueren Angaben machen. Diese Frage könne noch nicht abschliessend beantwortet werden, sagte sie. Die Untersuchungen dazu seien komplexer, weil durch die Zündung der Sprengstoff vollständig umgesetzt worden sei. Dieser müsse nun über Umwege wie etwa Bodenproben ermittelt werden.

Die Spezialeinheit der Bundespolizei GSG9 hatte am frühen Freitagmorgen einen 28-Jährigen im Raum Tübingen festgenommen. Er soll aus Habgier versucht haben, möglichst viele Spieler des Vereins zu verletzen oder gar zu töten, um die BVB-Aktie zum Absturz zu bringen. Laut Bundesanwaltschaft kaufte er am Tag des Anschlags 15'000 Verkaufsoptionen für die Aktie von Borussia Dortmund. Der Kauf sei über die IP-Adresse des Mannschaftshotels "L'Arrivée" erfolgt, wo der Verdächtige ein Zimmer gemietet hatte. Den Kauf habe der Verdächtige über einen Konsumentenkredit finanziert.

Dem Mann werden versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Er soll am Freitagnachmittag dem Haftrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden.

Bei dem Anschlag am Dienstag vergangener Woche waren drei Sprengsätze in der Nähe des Dortmunder Mannschaftsbusses explodiert, als sich die Spieler auf dem Weg zu der Champions-League-Partie gegen die AS Monaco befanden. Dabei wurden der Dortmunder Fussballer Marc Bartra und ein Polizist verletzt.

Direkt nach dem Anschlag waren am Tatort gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischen Bezügen entdeckt worden. Es wurde aber stets bezweifelt, dass diese Schreiben tatsächlich von Islamisten stammen. Ermittelt wurde deshalb auch in Richtung von Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fussballfans und Allgemein-Kriminellen. (sda/afp/dpa/reu)

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