Bauarbeiter zünden aus Protest Baustelle an

EMIRATE ⋅ Bauarbeiter in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben einem Zeitungsbericht zufolge eine Baustelle und 17 Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Arbeitsbedingungen von asiatischen Gastarbeitern in den arabischen Golfstaaten werden immer wieder kritisiert.

13. April 2015, 12:19

Bauarbeiter zündeten im kleinen Emirat Ras al-Chaima auf einer Baustelle für eine Schule am Samstagabend Generatoren, Benzinkanister und Büros an. Strassen seien gesperrt worden; die Polizei sei in grossem Aufgebot angerückt, um den Protest unter Kontrolle zu bringen, berichtete die Zeitung "The National".

Ein Bauarbeiter sei zuvor aus dem fünften Stock in den Tod gestürzt, Es könne sich um einen Suizid handeln. Die Behörden seien aber auf eine Mauer des Schweigens gestossen, schrieb die Zeitung in ihrer Montagsausgabe.

Beschnittene Rechte und unregelmässig Lohn

In den Emiraten und anderen arabischen Ländern am Golf arbeiten Millionen von Gastarbeitern, vor allem aus Südasien. Menschenrechtler im Ausland kritisierten die Arbeitsbedingungen. In die Schlagzeilen gekommen war zuletzt vor allem der Golfstaat Katar, seit dem Wüstenstaat die Fussball-WM im Jahr 2022 zuerkannt wurde.

Erst vor kurzem kündigte das Land an, gesetzlich festzuschreiben, dass Arbeiter mindestens einmal im Monat bezahlt werden müssen. Wann das Gesetz in Kraft treten soll, blieb jedoch offen. Neben der oftmals ausbleibenden Bezahlung kritisieren Aktivisten regelmässig, dass Arbeiter ihre Pässe abgeben müssen, kein Ausreisevisum bekommen oder eine Rekrutierungsgebühr zahlen müssen. (sda/afp)


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