USA bestätigen Tod von Geisel in Syrien

IS-VORMARSCH ⋅ Die von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) in Syrien entführte US-Bürgerin Kayla Jean Mueller ist tot. Dies gaben US-Präsident Barack Obama und die Familie der jungen Frau in Washington bekannt. Die 26-Jährige war als humanitäre Helferin nach Syrien gereist und dort Mitte 2013 entführt worden.

10. Februar 2015, 17:59

Die Nachricht vom Tod Muellers erfülle ihn mit "tiefer Trauer", erklärte Obama. "Die USA werden, egal wie lange es dauert, die Terroristen, die für Kaylas Entführung und ihren Tod verantwortlich sind, finden und vor Gericht bringen."

US-Aussenminister John Kerry erklärte, "der IS allein ist verantwortlich" für den Tod Muellers. Nach Angaben des Weissen Hauses erhielt die Familie der Getöteten am Wochenende eine "private Botschaft" mit zusätzlichen Informationen vom IS, die vom US-Geheimdienst als "authentisch" eingestuft worden sei und den Tod Muellers belege.

Angesichts des Todes ihrer "einzigen Tochter" seien ihre "Herzen gebrochen", erklärten die Eltern Carl und Masha Mueller. Dennoch seien sie "stolz". Ihre Tochter habe ein "Ziel" im Leben gehabt. "Wir werden jeden Tag daran arbeiten, ihr Erbe zu ehren."

Die 26-Jährige aus dem US-Bundesstaat Arizona war im Dezember 2012 ins türkisch-syrische Grenzgebiet gereist, um dort für Hilfsorganisationen zu arbeiten. Im August 2013 wurde sie in Aleppo verschleppt, nachdem sie ein Spital der Organisation Ärzte ohne Grenzen verlassen hatte.

Bei jordanischem Luftangriff getötet?

Der IS hatte am Freitag erklärt, die Entwicklungshelferin sei bei einem jordanischen Luftangriff nahe der syrischen Stadt Raka getötet worden. Der Erklärung waren Fotos von zerstörten Gebäuden beigefügt. In einem von ihnen soll die Frau demnach zu Tode gekommen sein.

Jordanien wies die Angaben zurück. Das Land hatte nach der grausamen Ermordung eines ihrer Piloten durch die Dschihadisten die Luftangriffe auf die IS-Stellungen in Syrien verstärkt. Zu den genauen Zielen der Angriffe machte Amman keine Angaben.

VAE fliegen wieder

Die Vereinigten Arabischen Emirate nahmen derweil ihre Luftangriffe gegen Stellungen des IS wieder auf, wie das Militärkommando in Abu Dhabi mitteilte. Nähere Angaben zu möglichen Zielen in Syrien oder im Irak machte es zunächst nicht.

Die Emirate hatten ihre Luftangriffe im Rahmen der US-geführten Koalition aus Sorge um die Sicherheit ihrer Piloten im Dezember eingestellt, nachdem der jordanische Pilot bei einem Einsatz in Syrien abgestürzt und vom IS verschleppt worden war.

Der IS hatte Mitte vergangenen Jahres weite Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und verübt in den von ihm beherrschten Gebieten Gräueltaten an der Zivilbevölkerung und Gefangenen seiner Gegner. Im Herbst 2014 begann die internationale Koalition mit Luftangriffen auf IS-Stellungen.

Syrien über Luftangriffe informiert

Nach Angaben des syrischen Machthabers Baschar al-Assad erhält Damaskus Informationen über die Luftangriffe. "Manchmal übermitteln sie eine Botschaft. Es gibt Information, aber keinen Dialog", sagte er der BBC.

Eine Zusammenarbeit mit dem Bündnis schloss er in dem Interview aus. "Wir können und wollen nicht, aus einem einfachen Grund: Wir können nicht mit Ländern eine Allianz schliessen, die den Terrorismus unterstützen", sagte Assad. Damit bezog er sich offenbar auf Hilfe der USA und anderer Koalitionsmitglieder für andere Aufständische in Syrien, die Assad pauschal "Terroristen" nennt. (sda/dpa)


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