Winzerfest wird Immaterielles Kulturerbe

UNESCO ⋅ Das Winzerfest in Vevey zählt neu zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Dies hat das Zwischenstaatliche Komitee für die Bewahrung des immateriellen Kulturerbes am Donnerstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba entschieden.

01. Dezember 2016, 15:16

Somit ist die erste von acht lebendigen Traditionen der Schweiz im immateriellen Kulturerbe der UNESCO aufgenommen worden, wie das Bundesamt für Kultur (BAK) in einer Mitteilung schreibt.

Die Kandidatur des Winzerfestes sei als Musterbeispiel genannt worden, wie eine lebendige Tradition mit dem UNESCO-Weltkulturerbe - in diesem Fall mit der Landschaft des Weingebietes Lavaux - verbunden werden kann.

Im März 2015 war das Winzerfest in Vevey als erste Schweizer Kandidatur für die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNO-Kulturorganisation UNESCO eingereicht worden.

Das Fest sei ein populärer Grossanlass, der jahrhundertealte gesellschaftliche Praktiken und darstellende Künste vereine, schreibt das BAK. Es wird in der Regel fünfmal pro Jahrhundert von der Zunft der Winzer organisiert, die rund 1500 Mitglieder zählt und sich seit über dreihundert Jahren für die Förderung der Weinbaukultur einsetzt. Das nächste Winzerfest findet 2019 statt.

Fünf Kriterien

Die Schweizer Kandidatur wurde neben 36 anderen internationalen Dossiers nach fünf Kriterien bewertet. Der Prüfungsausschuss habe die Kandidatur des Winzerfestes positiv bewertet und darüber hinaus als beispielhaftes Dossier zitiert, schreibt das BAK.

Im Oktober 2014 hat der Bundesrat eine Vorschlagsliste von acht Schweizer Traditionen genehmigt, die für die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe der Menschheit kandidieren werden.

Neben dem Winzerfest sind der Umgang mit der Lawinengefahr, das Uhrmacherhandwerk, Schweizer Grafikdesign und Typografie, die Schweizer Alpsaison, der Jodel und die historischen Osterprozessionen von Mendrisio ausgewählt worden. Die ebenfalls auf der Liste aufgeführte Kandidatur der Basler Fasnacht wurde im März 2016 eingereicht und wird im November 2017 geprüft, wie das BAK schreibt. (sda)


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