Kommentar

Ein Spiel mit dem Feuer

Gerd Höhler über den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und seine neusten Bemerkungen.
19. März 2017, 20:56

Man ist sich inzwischen von der türkischen Regierung einiges gewohnt. Aber wenn Staatschef Recep Tayyip Erdogan jetzt der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich «Nazi-Methoden» vorwirft und insinuiert, in Europa spiele man mit dem Gedanken an Gaskammern und Konzentrationslager, sind alle Grenzen der politischen Vernunft und des menschlichen Anstandes überschritten.

Erdogans Plan ist durchsichtig: Er will den Konflikt mit den vermeintlichen «Feinden» der Türkei im In- und Ausland schüren, um bei der Volksabstimmung über seine geplante «Erdokratie» möglichst viele Stimmen zu holen. Das ist ein Rezept, das schon viele Despoten ausprobiert haben, wenn sie den Verlust der Macht fürchteten. Es mag eine gewisse Zeit lang funktionieren, doch es ist ein sehr gefährliches Spiel.

Es gibt in der Geschichte viele Beispiele, dass diese Taktik der Brandstiftung einen Feuersturm auslösen kann. Erdogan braucht sich nur in seiner Nachbarschaft umzusehen.

Gerd Höhler


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