Russland-Affäre: Dickes Ende kommt noch

KOMMENTAR ⋅ Renzo Ruf über die Russland-Affäre
02. Dezember 2017, 08:06

Natürlich trifft es zu, dass der ehemalige Sicherheitsberater Michael Flynn bereits im Februar der Lüge überführt worden war. Deshalb sei es auch nicht weiter überraschend, argumentierte gestern das Weisse Haus, dass Flynn nun von Sonderermittler Robert Mueller strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werde.

Das Schuldeingeständnis des Drei-Sterne-Generals im Ruhestand, der einst im Ruf stand, ein brillanter militärischer Geheimdienstler zu sein, ist aber weit mehr als eine persönliche Tragödie. Es offenbart, dass sich der heutige US-Präsident von einem Mann beraten liess, der wiederholte Male versucht hatte, die Politik der Regierung von Barack Obama zu unterminieren, während er in direktem Kontakt mit einem hochrangigen russischen Diplomaten stand.

Und was vielleicht noch entscheidender ist: Das Schuldeingeständnis beweist, dass Flynn nicht auf eigene Faust handelte, sondern in ständigem Kontakt mit einflussreichen Beratern Donald Trumps stand und sie über seine Gespräche in Kenntnis setzte. Die sogenannte Russland-Affäre ist für Trump deshalb noch lange nicht ausgestanden. Das dicke Ende dürfte erst noch kommen.


Renzo Ruf, Washington

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