Erneut Verletzte bei Protesten in Venezuela

VENEZUELA ⋅ Bei neuen Demonstrationen gegen die sozialistische Regierung in Venezuela sind mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Im Bundesstaat Carabobo feuerte ein Scharfschütze am Montag nach Angaben der Regierung auf zwei Polizisten.
15. Mai 2017, 22:41

"Ein Beamter wurde durch einen Kopfschuss schwer verletzt", schrieb Gouverneur Francisco Ameliach auf Twitter. "Er ist in einem kritischen Zustand und ringt um sein Leben." Polizisten feuerten mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten. Dabei wurden sieben Menschen verletzt.

Auf der Insel Margarita wurden die oppositionelle Abgeordnete Yanet Fermín und zwölf weitere Demonstranten festgenommen. "Das ist ein Angriff auf die parlamentarische Immunität", sagte der Vizepräsident der Nationalversammlung, Freddy Guevara. In der Hauptstadt Caracas blockierten die Demonstranten mit einem grossen Sit-in (Gran Plantón Nacional) zwei Hauptverkehrsstrassen.

Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise gehen seit Wochen in dem ölreichen Staat Tausende Menschen gegen Präsident Nicolás Maduro und dessen aus ihrer Sicht autoritären Regierungsstil auf die Strassen. Bei Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Oppositionellen und Regierungsanhängern kamen bislang 39 Menschen ums Leben, rund 800 wurden verletzt.

EU dringt auf friedliche Lösung

Unterdessen dringt die EU auf eine friedliche Lösung des Konfliktes in Venezuela. Alle Seiten müssten auf Gewalt verzichten, erklärten die EU-Aussenminister am Montag in Brüssel.

Sie forderten in ihren Schlussfolgerungen die Freilassung von Gefangenen und einen Zeitplan für Wahlen, "damit die Menschen in Venezuela ihren Willen auf demokratische Weise ausdrücken können".

Die Grundrechte der venezolanischen Bevölkerung müssten respektiert werden, erklärten die EU-Aussenminister weiter. Dazu gehöre auch "das Recht, friedlich zu demonstrieren". Die Nutzung von Militärgerichten, um gegen Zivilisten vorzugehen, verstosse gegen internationales Recht.

Die Minister zeigten sich auch "besorgt" darüber, dass zunehmend "bewaffnete zivile Gruppen" in dem Konflikt aufträten. Regierung und Opposition werfen sich gegenseitig vor, die Gewalt mit einem solchen Vorgehen anzuheizen. (sda/dpa/afp)


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