Annäherung im Kaschmir-Konflikt

GESPRÄCHE ⋅ Nach dem Abbruch der diplomatischen Gespräche vor zwei Jahren nähern sich die Erzfeinde Pakistan und Indien im Grenzkonflikt um Kaschmir wieder an. Bei ihrem ersten hochrangigen Treffen seit fast einem Jahr vereinbarten sie eine bessere Zusammenarbeit.

Die Gespräche am Dienstag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad seien "positiv und konstruktiv verlaufen", sagte der indische Aussenstaatssekretär Subrahmanyam Jaishankar nach dem Treffen mit seinem pakistanischen Amtskollegen Aizaz Ahmed Chaudhry. "Wir haben vereinbart, zusammenzuarbeiten und unsere Differenzen zu verringern."

Er habe seine "Sorgen angesichts des grenzüberschreitenden Terrorismus" zur Sprache gebracht, fügte der indische Diplomat hinzu. "Wir waren uns einig, dass es entscheidend ist, für Frieden und Ruhe an der Grenze zu sorgen."

Jaishankar verwies auf den Anschlag im Jahr 2008 in der indischen Metropole Mumbai, für den Islamisten aus Pakistan verantwortlich gemacht werden. Die Bluttat mit 166 Toten belastete die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den Nachbarländern in den vergangenen Jahren zusätzlich. Indien wirft Pakistan vor, nicht entschlossen genug gegen die Hintermänner der Tat vorzugehen.

Die Regierungschefs beider Länder hatten sich im Mai 2014 getroffen, als der neue indische Premierminister Narendra Modi seinen pakistanischen Kollegen Nawaz Sharif überraschend zu seiner Amtseinführung einlud. Seitdem hatte es keine Gespräche auf höherer Ebene gegeben.

Scharmützel an der Grenze

Im August hatten Schusswechsel zwischen Soldaten an der gemeinsamen Grenze die Spannungen wieder angeheizt. Ausserdem war die indische Regierung verärgert über ein Treffen eines pakistanischen Diplomaten mit Rebellen aus der Grenzregion Kaschmir.

Kaschmir wird sowohl von Indien als auch von Pakistan beansprucht. Die zwei Nachbarländer haben seit der Unabhängigkeit von Grossbritannien im Jahr 1947 zwei Kriege um die geteilte Region geführt. Die beiden Atommächte werfen sich gegenseitig vor, den seit 2003 vereinbarten Waffenstillstand immer wieder zu verletzen. (sda/afp/dpa)


Login


 

Anzeige: