Burkhalter fordert Hilfe für Syrien

HUMANITÄRE HILFE ⋅ Für Aussenminister Didier Burkhalter ist der Krieg in Syrien die "grösste humanitäre Katastrophe seit dem 2. Weltkrieg". Die humanitäre Unterstützung für die Menschen in Not in Syrien und Irak sei deshalb wichtiger denn je.

Das sagte Burkhalter bei der Jahreskonferenz des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in Bern. Bereits Anfang März hatte der Bundesrat entschieden, die Hilfsgelder des Bundes für Syrien und die Nachbarländer von 30 auf 50 Millionen Franken zu erhöhen. Der Betrag soll am kommenden Dienstag an der dritten Geberkonferenz in Kuwait verkündet werden, sagte Burkhalter.

Damit werde die Schweiz insgesamt 178 Millionen Franken für Syrien eingesetzt haben. Die Schweiz müsse daneben aber auch ihre Anstrengungen für eine politische Lösung des Konflikts verstärken, damit das Land und die Menschen langfristig aus diesem "Abgrund" herausgeholt werden könnten.

Bilaterale Hilfe für Ukraine

Auch im Osten der Ukraine seien über drei Millionen Personen auf humanitäre Hilfe angewiesen und die Lage dieser Menschen verschlechtere sich ständig. Die Schweiz habe deshalb diese Woche entschieden, ihre eigenen humanitären Projekte im Land zu starten. Dafür würden drei Millionen Franken eingesetzt, sagte Georg Farago, Sprecher im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Im April werde ausserdem die neue Kooperations-Strategie für die Jahre 2015-2018 für die Ukraine vorgestellt, sagte Burkhalter weiter. Zum ersten Mal beinhalte diese auch bilaterale Projekte zur Förderung des Dialogs, der Menschenrechte und des Völkerrechts. Mit 100 Millionen Franken habe die Schweiz ihr Budget für die Ukraine für diese Jahre verdoppelt.

Das Schweizer Engagement für die globale Sicherheit sei eine zentrale Aufgabe der Schweizer Aussenpolitik und eine der Prioritäten. Die humanitäre Hilfe spiele dabei eine wichtige Rolle. Sie dürfe und könne die politischen Friedensbemühungen aber nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen, sagte Burkhalter.

Katastrophenvorsorge

Weltweit befänden sich über 55 Millionen Menschen vor Gewalt, Armut oder Naturkatastrophen auf der Flucht - die grösste Zahl seit dem 2. Weltkrieg. Nach Angaben der UNO verursachen alleine die Naturkatastrophen Schäden von 300 Milliarden Franken pro Jahr - 100 Mal mehr als die humanitäre Hilfe der Schweiz.

Burkhalter plädierte deshalb erneut für einen Paradigmenwechsel - weg vom Reagieren, hin zum vorsorglichen Agieren. Denn die Prävention koste bis zu sieben Mal weniger als der Wiederaufbau. In diesem Sinne begrüsste der Aussenminister das Abkommen über eine neue globale Strategie bei der Katastrophenvorsorge, auf das sich die Weltgemeinschaft Mitte März im japanischen Sendai geeinigt hatte. (sda)


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