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China prüft Reform der Ein-Kind-Politik

CHINA ⋅ China erwägt eine weitere Lockerung der umstrittenen Ein-Kind-Politik. Eine entsprechende Reform werde vor dem Hintergrund der "wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chinas" geprüft.

"Sowohl die Vorteile als auch die Nachteile werden abgewogen", sagte Regierungschef Li Keqiang am Sonntag. "Verbesserungen und Anpassungen" könnten aber nur im Einklang mit der Rechtsprechung erfolgen.

Die Kommunistische Partei in China hatte die umstrittene Ein-Kind-Politik Ende der 70er Jahre eingeführt, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Seither dürfen die meisten Paare in den Städten des Landes nur ein Kind bekommen. China argumentiert, dass die Regelung zum wachsenden Wohlstand in dem Land beigetragen hat.

Allerdings gibt es mittlerweile demografische Probleme. So steht einer alternden Bevölkerung eine sinkende Zahl von Erwerbstätigen gegenüber. Eine weitere Folge ist das Geschlechterungleichgewicht, da in China traditionell Söhne bevorzugt werden.

2014 kamen knapp 116 neugeborene Jungen auf 100 Mädchen. In der Gesamtbevölkerung Chinas liegt das Verhältnis bei 105 Männern zu 100 Frauen.

Ende 2013 hatte es bereits eine Lockerung der Ein-Kind-Politik gegeben. Seitdem dürfen Paare zwei Kinder bekommen, wenn mindestens ein Elternteil selbst Einzelkind war. Einen signifikanten Anstieg der Geburtenrate gab es dadurch aber nicht. (sda/afp)

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