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Dschihadisten bekennen sich zu IKRK-Anschlag

MALI ⋅ Bei einem Angriff auf ein IKRK-Fahrzeug sind im Norden von Mali ein IKRK-Mitarbeiter getötet und ein weiterer verletzt worden. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) drückte sein "tiefstes Bedauern" über den Tod eines seiner Mitarbeiter aus.

Der IKRK-Mitarbeiter sollte den Lastwagen von Gao nach Niamey im Niger fahren, um dort "viel benötigte medizinische Ausrüstung für das Spital von Gao" abzuholen, wie die Leiterin der IKRK-Abteilung für Nord- und Westafrika, Yasmine Praz Dessimoz, erklärte.

Der Tod des verheirateten vierfachen Vaters sei "nicht nur eine Tragödie für seine Familie und das IKRK, sondern auch für das Wohlergeben zehntausender Menschen". Die Nationalität des Getöteten blieb zunächst unklar.

Ein Mitarbeiter des nationalen Roten Kreuzes von Mali wurde bei dem Angriff verletzt. Sein Zustand war aber stabil.

Das IKRK verurteilte das Attentat nahe der Stadt Gao scharf und rief alle Konfliktparteien in Mali dazu auf, die Zivilbevölkerung zu beschützen und humanitären Helfern ihre Arbeit zu ermöglichen. Der Lastwagen war demnach deutlich mit dem roten Kreuz der Organisation gekennzeichnet.

Humanitäre Lage besorgniserregend

Über die humanitäre Lage in Mali zeigte sich das IKRK besorgt. Angesichts der Sicherheitslage entschied die Organisation am Dienstag dennoch, die Städte "im gesamten Norden Malis" vorerst nicht mehr zu verlassen und alle Aktivitäten ausserhalb auszusetzen, bis die genaueren Umstände des Angriffs geklärt seien, wie IKRK-Sprecher Valery Mbaoh Nana erklärte.

Die Dschihadistengruppe MUJAO (Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika) bekannte sich zu dem Angriff. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, dabei sei ein "Fahrer getötet worden, der für den Feind gearbeitet" habe. "Mit der Attacke haben wir erreicht, was wir wollten."

Aus Kreisen der UNO-Truppe MINUSMA verlautete, der Angriff sei "sorgfältig geplant" und von "mindestens sechs Terroristen" ausgeführt worden.

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt worden. Frankreich griff 2013 militärisch ein, um ein Vorrücken islamistischer und Tuareg-Rebellen zu stoppen - darunter auch der MUJAO. Die Sicherheitslage ist nach wie vor angespannt. (sda/afp)

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