Ersatz für entgangene Förderungsgelder

FORSCHUNG ⋅ Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat an 21 Forschende als Ersatz für entgangene Förderungsgelder des European Research Council (ERC) knapp 40 Millionen Franken vergeben.

Eine Initiative in dieser Form müsse aber trotz der erfolgreichen Durchführung einmalig bleiben, hält der SNF am Donnerstag fest.

Die jeweils mit bis zu zwei Millionen Franken dotierten SNSF Consolidator Grants gehören zu den im März 2014 lancierten Temporary Backup Schemes (TBS). Damit konnten sich exzellente Forschende, die an einer Schweizer Forschungsinstitution arbeiten oder dies planen, beim SNF um Beiträge bewerben, die mit jenen des ERC vergleichbar sind.

Diese Massnahme sei nötig geworden, nachdem die Schweiz von Ende Februar bis Mitte September 2014 wegen der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014 vom Forschungsprogramm Horizon 2020 und damit auch von den Beiträgen des ERC ausgeschlossen worden war.

Für die SNSF Consolidator Grants hat der SNF 111 eingereichte Gesuche in einem zweistufigen Verfahren beurteilt und 21 davon gutgeheissen. Für die Endauswahl sei insbesondere entscheidend gewesen, dass die geplante Forschung bahnbrechende Ergebnisse in Aussicht stelle und die beziehungsweise der Forschende über die Fähigkeit verfüge, ein grösseres Projekt von hoher Originalität durchzuführen.

Bei den während fünf Jahren mit bis zu zwei Millionen Franken unterstützten Projekten handelt es sich um vier in den Geistes- und Sozialwissenschaften, sechs Projekte in den Life Sciences und elf Projekte im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Rund 18 Prozent der Gesuche seien von Frauen eingereicht worden. Am meisten Gesuche seien von Forschenden der ETH Lausanne sowie von den Universitäten Zürich und Genf eingereicht worden.

EU-Gelder fliessen wieder

Da die in der Schweiz tätigen Forschenden seit dem 15. September 2014 wieder beim ERC Forschungsgesuche einreichen können, hat der SNF mit der Vergabe der SNSF Consolidator Grants den zentralen Teil seiner Arbeit erfüllt und die Evaluation der TBS wie geplant abgeschlossen. Der Ball liege nun bei den Forschenden.

Die insgesamt über 250 für die TBS eingegangenen Gesuche verdeutlichen laut Nationalfonds die Notwendigkeit dieser kurzfristig lancierten Übergangsmassnahmen. Der SNF habe dazu beitragen können, das plötzlich entstandene europäische "Förderungsvakuum" für die Forschenden in der Schweiz vorübergehend zu füllen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsplatzes Schweiz zu unterstützen.

Der SNF erachtet aber eine künftige volle Beteiligung der Schweiz an Horizon 2020 nach wie vor als absolut notwendig. Nur so könne sichergestellt werden, dass sich Forschende in der Schweiz mit den Besten in Europa messen könnten. (sda)


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