Feuerpause im Nahen Osten gescheitert

NAHOST ⋅ Nach dem Zusammenbruch der Feuerpause zwischen Israel und den Palästinensern hat die israelische Regierung ihre Delegation bei den Verhandlungen in Kairo über eine langfristige Waffenruhe zurückbeordert.

Ein Regierungssprecher sagte am Dienstag, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Delegation angewiesen zurückzukehren. Wenige Stunden vor Ablauf der Feuerpause waren aus dem Gaza-Streifen nach israelischen Armeeangaben drei Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert worden. Berichte über Opfer gab es nicht.

Netanjahu hatte daraufhin Vergeltungsangriffe im Gaza-Streifen angeordnet. Ein Reuters-Augenzeuge beobachtete, wie ein israelisches Militärflugzeug ein Ziel östlich von Gaza-Stadt attackierte.

Bereits in der Nacht hatte die israelische Armee die Häuser von Palästinensern zerstört, die für den Mord an drei israelischen Jugendlichen im Westjordanland verantwortlich gemacht werden. Der zu Monatsbeginn gefasste Hussam Kawasma habe zwei weitere Palästinenser mit der Tat beauftragt, teilte die Armee mit.

Gebäude zerstört

In der Nacht seien sein Wohnhaus sowie das des weiter gesuchten Marwan Kawasme in Hebron zerstört worden. Das Haus des dritten Tatverdächtigen, Omar Abu Ajschah, sei versiegelt worden.

Die ursprünglich auf fünf Tage angesetzte Feuerpause war am Montag um 24 Stunden verlängert worden und sollte um 23 Uhr (MESZ) enden. Bis dahin sollte eine Einigung in Kairo stehen.

In dem seit Anfang Juli dauernden Konflikt wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums auf Seiten der Palästinenser 2016 Menschen getötet, die meisten Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten. (sda/reu)


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