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Französin im Jemen entführt

JEMEN ⋅ In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind eine Französin und ihre jemenitische Begleiterin entführt worden. Mehrere Bewaffnete verschleppten die beiden Frauen am Dienstag, als sie auf einer Stadtautobahn im Süden der Stadt unterwegs waren, wie die jemenitische Nachrichtenagentur Saba unter Berufung auf Sicherheitskreise mitteilte.

Das Aussenministerium in Paris bestätigte die Entführung der Französin. Man stehe im Kontakt mit der Familie der Frau, die im Jemen für eine internationale Organisation arbeitet, hiess es in einer Mitteilung des französischen Aussenministeriums.

Laut Saba handelt es sich bei der Frau aber um eine Mitarbeiterin der Ölfirma Total. Sicherheitskräfte würden nach dem Auto der Entführer Ausschau halten.

Das französische Aussenministerium erinnerte auch daran, dass es alle französischen Staatsbürger bereits vor zwei Wochen dringend aufgerufen habe, den Jemen wegen der sich verschlechternden Sicherheitslage möglichst rasch zu verlassen.

Nach den USA, Grossbritannien und Frankreich hatten vor rund zehn Tagen auch Deutschland und weitere Länder die vorübergehende Schliessung ihrer Botschaften im Jemen angekündigt. Die Vertretung der Schweiz ist schon länger geschlossen.

Geschäft mit Geiseln

Entführungen von Ausländern sind im Jemen nicht unüblich. Stämme nutzen die Entführten als Druckmittel, um gegenüber der Regierung eigene Interessen durchzusetzen. Immer häufiger werden ausländische Opfer jedoch auch als Geiseln an Al-Kaida weiterverkauft. Der lokale Ableger der Terrorgruppe gehört zu den aktivsten des Netzwerks.

Im Dezember kamen bei einem Befreiungsversuch von US-Spezialkräften eine US-amerikanische und eine südafrikanische Geisel der Dschihadisten ums Leben. Die Terrororganisation Al-Kaida nutzt das gegenwärtige Chaos im Jemen für ihre Zwecke.

Seit Monaten kontrollieren schiitische Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa, Regierung und Parlament haben sie aufgelöst. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi floh am vergangenen Samstag ins südjemenitische sunnitische Aden und versucht von dort, den Jemen weiter zu regieren. (sda/dpa/afp)

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