Hunger: Unicef fordert Hilfe für Kinder in Afrika

EL NIÑO ⋅ Im Osten und im Süden Afrikas leidet nach Angaben der UNO fast eine Million Kinder an akuter schwerer Unterernährung. Gründe dafür seien die nun schon seit zwei Jahren anhaltende Dürre sowie das Wetterphänomen El Niño, erklärte das Kinderhilfswerk UNICEF am Mittwoch.

Mehrere Millionen Kinder vor allem aus den ärmsten Familien seien von Hunger, Wassermangel und Krankheiten bedroht. Familien seien gezwungen, Mahlzeiten auszulassen und ihre Habseligkeiten zu verkaufen, um an Essen zu gelangen, berichtete UNICEF.

Allein in Äthiopien seien derzeit schon 435'000 Kinder betroffen. In Angola und Mosambik müssten jeweils etwa 70'000 Kinder behandelt werden. In Malawi etwa verdoppelte sich die Zahl der akut unterernährten Kinder allein von Dezember bis Januar, wie UNICEF-Landesdirektor Mahimbo Mdoe erklärte.

Im Januar mussten dort schon rund 6500 Kinder unter fünf Jahren wegen schwerer Mangelernährung behandelt werden, 20'000 wegen mässiger Mangelernährung. "Wir beobachten, dass es bereits zu sexuellen Handlungen im Austausch für Essen kommt", sagte Mdoe.

Belastungen für Kinder halten an

Auslöser für die derzeit aussergewöhnliche Trockenheit sei das Wetterphänomen El Niño, das dieses Mal besonders extrem ausfällt. Das Phänomen werde vergehen, "aber die Belastungen für die Kinder werden noch Jahre zu spüren sein", konstatierte UNICEF. Gepaart mit unregelmässigen, starken Regenfällen habe die Trockenheit zu dramatischen Ernteausfällen geführt

Wegen der von El Niño ausgelösten Dürre in Ostafrika und in den Ländern im Süden des Kontinents sind insgesamt bis zu 50 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Mehrere Länder im Süden von Afrika hatten zuletzt wegen der Dürre den Notstand ausgerufen.

Hilfsorganisation warnen, sie bräuchten rasch mehr Mittel, um eine weitere Zuspitzung der Lage zu verhindern. UNICEF benötigt nach eigenen Angaben für die Nothilfe in den von El Niño betroffenen Ländern Afrikas mehr als 150 Millionen US-Dollar. Derzeit stünden aber nur weniger als 15 Prozent der benötigten Mittel bereit. (sda/afp/dpa)


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