Irakische Truppen rücken in Tikrit ein

IS-VORMARSCH ⋅ Im Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz im Irak sind Regierungstruppen erstmals seit neun Monaten in Tikrit eingerückt. Gemeinsam mit verbündeten schiitischen Milizionären hätten sie das Viertel Kadissija teilweise erobert, teilten die Behörden der Stadt mit.

"Der Gouverneur von Salahuddin hat die Säuberung des halben Bezirks Kadissija gemeldet, des grössten Viertels von Tikrit", erklärte der Gouverneur von Tikrit, Raed al-Dschuburi. In der Geburtsstadt des einstigen Machthabers Saddam Hussein hatten die IS-Extremisten Mitte vergangenen Jahres die Herrschaft übernommen.

Soldaten und Milizionäre hätten die irakische Flagge über dem Militärspital in Kadissija gehisst, erklärten die Sicherheitskräfte. Die Offensive habe dann gestoppt werden müssen, weil die vorrückenden Soldaten unter Beschuss von Heckenschützen geraten seien. Auch Sprengsätze in den Strassen und Gebäuden müssten geräumt werden.

Westlich der Stadt seien die Regierungssoldaten durch ein Minenfeld aufgehalten worden, hiess es in Sicherheitskreisen. Südlich von Tikrit hätten die Armee und Militärhelikopter IS-Stellungen angegriffen, einen Einsatz von Bodentruppen gebe es aber derzeit nicht.

Am Dienstag hatten die irakische Armee und ihre Verbündeten die Stadt Al-Alam eingenommen, die letzte Bastion vor Tikrit. Der sogenannte Islamische Staat (IS) hat weite Teile im Irak und im Nachbarland Syrien unter seine Gewalt gebracht und über die Staatsgrenze hinweg ein Kalifat ausgerufen.

IS wird in Syrien zurückgedrängt

Auch in Syrien wurden die Kräfte des IS zurückgedrängt. Die US-geführte Militärallianz kappte nach eigenen Angaben wichtige Versorgungsrouten und Kommunikationswege der Dschihadisten. Die Streitkräfte hätten im Nordosten Syriens nahe der Stadt Tal Hamis den Widerstand des IS gebrochen.

Die Dschihadisten seien in dem Gebiet nun in ihrer freien Bewegung eingeschränkt, hiess es in einer Erklärung der Koalition. Während des Einsatzes in der vergangenen Woche sei es gelungen, dem IS den Zugang zu wichtigen Strassen zu versperren, über die er zuvor Kämpfer und Ausrüstung in den Irak gebracht habe.

Ausserdem seien in dem Gebiet 94 Dörfer von der Herrschaft des IS befreit worden. Zudem wurden Waffensysteme, Fahrzeuge und Kampfpositionen zerstört. Der Erklärung zufolge endete der Einsatz am Samstag. (sda/reu/afp)


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