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Kerry will verstärkten Druck auf Nordkorea

ATOMSTREIT - NORDKOREA ⋅ Die USA wollen im Streit um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm den Druck auf Pjöngjang erhöhen. Nordkorea sei "die grösste Sicherheitsgefahr" für die Region, sagte US-Aussenminister John Kerry am Montag bei einem Besuch in Südkorea.

Beim Sicherheits- und Wirtschaftsdialog mit China im Juni in Washington würden die USA auch spezifische Schritte gegen Pjöngjang besprechen. Dem nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un warf Kerry vor, jedes Angebot der USA, Russlands, Chinas oder Südkoreas auszuschlagen, ihm die Hand zu reichen.

"Wir reden über stärkeren Druck und Sanktionen sowie andere Massnahmen, um ihm (Kim) zu verdeutlichen, dass er sich auf einem sehr gefährlichen Pfad befindet", sagte Kerry nach Treffen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Yun Byung Se und Präsidentin Park Geun Hye in Seoul.

Zugleich bekräftigte Kerry das Angebot für bessere Beziehungen mit dem kommunistischen Regime in Pjöngjang. Dazu müsse das Land allerdings seine internationalen Verpflichtungen zur Denuklearisierung erfüllen. "Bis heute ist klar, dass Nordkorea diesen Standards nicht einmal nahe gekommen ist."

Raketenstart als Provokation

Den Start einer nordkoreanischen Rakete von einem U-Boot in diesem Monat nannte Kerry ein "weiteres Element der Provokaton". Damit verstosse Pjöngjang gegen UNO-Resolutionen, sagte Kerry.

Diese verbieten Nordkorea den Start ballistischer Raketen. Nordkoreas staatliche Medien hatten am 9. Mai berichtet, dass das Land erstmals von einem U-Boot aus erfolgreich eine ballistische Rakete (SLBM) abgefeuert habe.

Pjöngjang wirft den USA regelmässig vor, einen Angriff vorzubereiten. Zwischen 2006 und 2013 hat Nordkorea drei Atomtests unternommen.

Unter Hinweis auf südkoreanische Berichte über die Hinrichtung des nordkoreanischen Verteidigungsministers Hyon Yong Chol Ende April sagte Kerry, das sei Teil einer "grotesken, grausigen, entsetzlichen öffentlichen Demonstration von Exekutionen nach Lust und Laune". Hyon soll wegen Ungehorsams hingerichtet worden sein. Von Nordkorea gab es dafür keine Bestätigung.

Kerry war am Sonntag nach Gesprächen in China zu einem zweitägigen Besuch nach Südkorea gereist. (sda/dpa)

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