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LafargeHolcim setzt den Rotstift an

ZEMENTINDUSTRIE ⋅ Der Zementriese LafargeHolcim hat in Frankreich eine Restrukturierung angekündigt, um die Überkapazitäten am Markt zu reduzieren. Dazu zählt der Umbau von zwei Standorten von Zement- zu Mahlwerken, womit ein Stellenabbau von rund 200 Arbeitsplätzen verbunden ist.

Ein anderes Werk soll bis 2017 modernisiert werden. Die Investitionen für die Massnahmen werden auf 117 Millionen Euro beziffert, wie die Tochter Lafarge France am Mittwoch mitteilte.

Die Werke La Couronne (Département Charente) und Le Havre (Seine-Maritime) werden nur noch als Mahlwerke dienen. Hier arbeiten nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP 260 Mitarbeitende. Demnach bleiben in La Couronne 27 und in Le Havre 31 Stellen erhalten, heisst es dort unter Berufung auf Gewerkschaftsvertreter. Derzeit liefen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern.

Das Werk in Martres-Tolosane (Haute-Garonne) soll durch neue Anlagen modernisiert werden, damit es weniger Energie braucht und Abgase ausstösst. Die Schritte seien notwendig, um in Frankreich ein nachhaltiges, effizientes und wettbewerbsfähiges Netz von Werken zu erhalten, so das Unternehmen. Seit 2008 sei der französische Zementmarkt durch einen strukturellen Rückgang um 30 Prozent geschrumpft.

Werkschliessungen möglich

Ende Januar hatte Konzernchef Eric Olsen bereits in einem Interview mögliche Werkschliessungen angekündigt. "Unsere Produktionskapazität ist momentan weltweit nur zu zwei Dritteln ausgelastet. Das ist nicht akzeptabel", sagte Olsen der "SonntagsZeitung": "Wir streben eine Auslastung von über 80 Prozent an." Damals ortete er vor allem in China, Indonesien, Brasilien und Griechenland Überkapazitäten.

Zudem setzte LafargeHolcim auch bei den Verwaltungssitzen in der Schweiz und in Frankreich den Rotstift an. Gemäss Olsen baut der Konzern dort rund 280 Stellen ab, davon 166 in Paris und Lyon, 120 in Zürich und Holderbank AG.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Schweizer Zementkonzern Holcim mit der französischen Lafarge zusammengeschlossen. Es wurden Synergien von 1,5 Milliarden Franken angekündigt. (sda/awp)

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