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MH17-Opfer in Niederlanden angekommen

FLUGZEUGABSTURZ ⋅ Im niederländischen Eindhoven sind am Mittwochnachmittag zwei Flugzeuge mit den sterblichen Überresten von Insassen der Boeing der Malaysia Airlines eingetroffen, die am vergangenen Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt war.

Im niederländischen Eindhoven sind am 23. Juli zwei Flugzeuge mit den sterblichen Überresten von Insassen der Boeing der Malaysia Airlines eingetroffen, die am vergangenen Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt war.

Am Flughafen der Stadt im Zentrum der Niederlande landeten gegen 15.50 Uhr ein niederländisches und ein australisches Militärflugzeug. Neben Hinterbliebenen der Absturzopfer warteten am Flughafen der niederländische Regierungschef Mark Rutte und König Willem-Alexander.

Die beiden Maschinen transportierten 40 Opfer des Absturzes, der mit grosser Wahrscheinlichkeit durch einen Angriff mit einer Rakete verursacht wurde. Der in Amsterdam gestartete Flug MH17 war auf dem Weg nach Kuala Lumpur über von Aufständischen kontrolliertem Gebiet in der Ostukraine abgestürzt.

Alle 298 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter 193 Niederländer. Die Leichen sollen nun von niederländischen Experten identifiziert werden.

Trauerzeremonie in Charkow

Vor dem Abflug der Maschinen in Charkow hatten Vertreter der ukrainischen Regierung, der Niederlande, Malaysias und Australiens sowie ukrainische Soldaten den Toten die letzte Ehre erwiesen. Nach einer vom niederländischen Fernsehen live übertragenen kurzen Trauerzeremonie mit Ansprachen und einer Schweigeminute wurden die schlichten Holzsärge von Soldaten in das Flugzeug getragen.

Der Flugschreiber der Boeing 777 wurde inzwischen an britische Experten zur Analyse übergeben. Auf Bitten der niederländischen Regierung sollen Spezialisten in Farnborough im Südwesten Londons die Daten des Gerätes auswerten. Die sogenannte Black Box der Maschine besteht aus dem Flugdatenschreiber und dem Stimmenrekorder. Von der Auswertung werden Hinweise darauf erwartet, warum die Boeing abstürzte.

Noch nicht alle Opfer geborgen

Sechs Tage nach dem mutmasslichen Abschuss des malaysischen Verkehrsflugzeuges herrscht immer noch Unklarheit über den Verbleib zahlreicher Opfer. Nach Angaben der australischen Regierung ist offen, wie viele der 298 Toten geborgen und in Eisenbahnwaggons nach Charkow und damit in sicheres Gebiet gebracht worden sind.

"Auf der Grundlage einer ersten Inspektion der Waggons in Charkow können wir nicht sagen, wie viele Leichen wir haben", sagte Australiens Ministerpräsident Tony Abbott. Er vermutete zahlreiche der noch vermissten Leichen weiterhin am Ort der Katastrophe.

"Es ist recht wahrscheinlich, dass viele Leichname noch dort draussen sind, ungeschützt im europäischen Sommer, Eingriffen von aussen sowie der Hitze und Tieren ausgesetzt", sagte Abbott am Mittwoch in der Hauptstadt Canberra.

Er verlangte zugleich eine umfassende systematische Suche nach den noch vermissten Todesopfern an der Absturzstelle. Die Bergungsarbeiten seien bislang "ziemlich unprofessionell" verlaufen.

Beim Absturz des malaysischen Passagierflugzeugs am Donnerstag vergangener Woche waren insgesamt 298 Menschen ums Leben gekommen, darunter 28 Australier. Flug MH17 wurde vermutlich abgeschossen, von wem, ist weiterhin unklar. (sda/afp)

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