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Neue Proteste in Ferguson

USA ⋅ Bei einer erneuten Demonstration in der US-Kleinstadt Ferguson sind in der Nacht zum Donnerstag zwei Polizisten angeschossen worden. Die beiden Beamten wurden im Verlaufe von Protesten vor der Polizeiwache von Ferguson durch Schüsse schwer verletzt.

Der eine Polizist sei im Gesicht, der andere an der Schulter getroffen worden. Beide hätten schwere Verletzungen erlitten, seien aber bei Bewusstsein, sagte der Polizeichef des Bezirks St. Louis, Jon Belmar.

Seinen Angaben zufolge wurden mindestens drei Schüsse abgefeuert, als sich die Demonstration gerade auflöste. "Die Polizisten standen da und wurden angeschossen - einfach nur, weil sie Polizisten waren", sagte Belmar. Wer die Schüsse abgab, war unklar.

Der Fernsehsender CNN zeigte unscharfe Videobilder, auf denen Demonstranten wegrennen, als Schüsse zu hören sind. Polizisten gehen mit gezogenen Waffen am Boden in Deckung.

Ein Augenzeuge sagte CNN, die Schüsse seien aus einiger Entfernung hinter einer Gruppe von Demonstranten abgefeuert worden. "Die Demonstranten dafür verantwortlich zu machen, wäre total ungerecht", sagte er.

Rücktritt bejubelt

Der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, hatte als Reaktion auf einen Bericht des US-Justizministeriums über die systematische Schikanierung von Afroamerikanern in der 21'000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Missouri am Mittwoch seinen Rücktritt angekündigt. Einen Tag zuvor hatte bereits Verwaltungschef John Shaw die Konsequenz aus den schweren Vorwürfen gezogen.

Am Mittwochabend waren etwa 150 Demonstranten vor die Polizeizentrale gezogen, um den Rücktritt von Polizeichef Thomas Jackson zu feiern. Sie trafen dort auf Polizisten in Kampfausrüstung, die das Gebäude abgeriegelt hatten. Im Verlaufe der Demonstration fielen dann die Schüsse auf die zwei Polizisten.

Ferguson war im August international in die Schlagzeilen geraten, nachdem dort der unbewaffnete 18-jährige schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weissen Polizisten erschossen worden war. Anklage wurde gegen den weissen Polizisten Darren Wilson, der nach eigenen Angaben aus Notwehr handelte, nicht erhoben. Dies hatte wie bereits zuvor die Schüsse des weissen Polizisten landesweite Empörung und Unruhen in Ferguson ausgelöst. (sda/afp/dpa/reu)

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