Paris will Athen unterstützen

GRIECHENLAND ⋅ Nach dem Rauswurf der Troika bemüht sich die neue griechische Regierung, die Wogen im Schuldenstreit mit den europäischen Geldgebern zu glätten. Regierungschef Alexis Tsipras gab diverse Interviews und Finanzminister Giannis Varoufakis erklärte sich in Paris.

Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sagte dabei der neuen griechischen Regierung zu, sie bei der Suche nach einer Einigung mit den internationalen Partnern zu unterstützen. Es sei legitim, dass sich Griechenland über die Schuldenlast sorge und um eine Erleichterung bemühe, sagte Sapin nach dem Gespräch mit Varoufakis.

Griechenlands Platz sei in der Euro-Zone. Jede neue Vereinbarung mit der Regierung in Athen müsse berücksichtigen, in welchem Umfang sie zu Strukturreformen bereit sei. Wichtig sei die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit und die Rückkehr zu Wachstum, sagte Sapin.

Varoufakis sagte, die Rückzahlung bestehender Schulden seines Landes müsse an die Fähigkeit gekoppelt werden, wieder Wachstum zu erzielen. Zugleich kündigte er an, keine neue Schuldentranche anzunehmen. Sein Land sei geradezu süchtig nach Verschuldung geworden, es sei Zeit für einen Entzug. "Wir wurden gewählt, um diese Sucht zu stoppen, sagte er.

Um Beruhigung bemüht

Während Varoufakis diese Woche noch in Grossbritannien, Italien und voraussichtlich auch in Deutschland erwartet wird, startet am Montag auch der neue griechische Regierungschef Tsipras eine kleine Rundreise. Tsipras wird zunächst nach Zypern und dann nach Italien, Frankreich und Brüssel reisen.

Der Regierungschef hatte in den vergangenen Tagen schon von Athen aus versucht die Gemüter zu beruhigen. Der neue Regierungschef habe noch am Freitagabend mit EZB-Präsident Mario Draghi telefoniert, hiess es in Athener Regierungskreisen.

In dem Gespräch "sei der Wille erklärt worden, eine für Griechenland und Europa gleichermassen vorteilhafte Lösung zu finden". Einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) zufolge rief Tsipras auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Parlamentspräsident Martin Schulz an, um die harten Worte seines Finanzministers Varoufakis zu relativieren. (sda/reu)


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