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Polizei in Jakarta: "alles unter Kontrolle"

INDONESIEN ⋅ Nach dem Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat die schwer bewaffnete Anti-Terror-Polizei ihren Einsatz beendet. Das teilte die Polizei am Donnerstag nach stundenlanger Krisenlage mit.

Gerüchte, dass sich Attentäter in Gebäuden verschanzten und womöglich Geiseln festhielten, bestätigten sich nicht. "Alles ist unter Kontrolle. Wir hoffen, die Bevölkerung bleibt ruhig und wachsam gegenüber möglichen Drohungen", sagte der Minister für Sicherheitsfragen, Luhut Pandjaitan, vor Journalisten.

Pandjaitan sprach von fünf Angreifern, die getötet worden seien. Zudem seien ein niederländischer und ein indonesischer Zivilist getötet worden. Fünf Polizisten, ein ausländischer Zivilist und vier Indonesier seien verletzt worden, erklärte die Polizei. Wer hinter den Anschlägen steckte, war weiterhin unklar.

Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass sich am Donnerstag mindestens zwei Angreifer selbst in die Luft gesprengt hätten. Die Attentäter hatten nahe einem Einkaufszentrum im Zentrum Jakartas mehrere Sprengsätze gezündet.

Ein Augenzeuge berichtete, ein bewaffneter Täter habe ausserdem vor einem Starbucks-Café gegenüber dem Einkaufszentrum das Feuer eröffnet. Den Tätern gelang zunächst die Flucht.

Präsident: "Terrorakte"

Indonesiens Präsident Joko Widodo sprach von "Terrorakten" und verurteilte den Anschlag. Nach Angaben der indonesischen Polizei hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor den Bombenexplosionen in Jakarta eine rätselhafte Drohung ausgesprochen. Ob die Terrormiliz allerdings tatsächlich hinter dem Anschlag steckt, ist noch offen. Die Ermittlungen laufen.

Indonesien, das Land in dem weltweit zahlenmässig die meisten Muslime leben, war in den Jahren 2000 bis 2009 Ziel mehrerer schwerer Bombenanschläge. Allein bei einem Attentat auf der Ferieninsel Bali wurden im Jahr 2002 insgesamt 202 Menschen getötet. Seither gehen die Behörden hart gegen Extremisten vor.

Das Nachbarland Malaysia erhöhte nach den aktuellen Vorfällen in Jakarta die Sicherheitsmassnahmen für öffentliche Plätze und an der Grenze. Im Land herrsche nun die höchste Sicherheitsstufe, teilte die Polizei mit. (sda/afp/dpa/reu)

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