Was Johann Schneider-Ammann bei der UNO sagte

NEW YORK ⋅ Eine florierende Wirtschaft gewährleistet Arbeitsplätze und hilft so, Extremismus und Terrorismus zu verhindern. Diese Ansicht vertrat Bundespräsident Johann Schneider-Ammann in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung am Dienstag in New York.

Aktualisiert: 
20.09.2016, 22:00

"Ich glaube, dass man vor allem der Jugend helfen und ihr Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geben muss," sagte Schneider-Ammann vor den Medien in New York. Er werde die UNO-Mitglieder in seiner Rede an der Generaldebatte daran erinnern, dass dies über Bildung, Wissen und die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Länder geschehen könne.

Schneider-Ammann zeigte sich beeindruckt von der Rede des US-Präsidenten Barack Obama, der zum letzten Mal als Präsident an der UNO auftrat. Obamas Ansprache sei sehr optimistisch und vorwärts orientiert gewesen, sagte Schneider-Ammann. Gut zum Ausdruck gekommen sei, dass der Wille vorhanden sei, die Probleme der Welt gemeinsam zu meistern.

Der Bundespräsident lobte die Rolle der Schweiz an der UNO. Sie trage mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen dazu bei, diplomatische Lösungen zu finden und in Konflikten zu vermitteln. Auch bei der Umsetzung der von der UNO vergangenes Jahr beschlossenen Entwicklungsagenda 2030 engagiere sich die Schweiz stark.

"Gutes Gefühl" nach Juncker-Treffen

Schneider-Ammann ging in New York auch kurz auf sein Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker vom Vortag in Zürich ein. Juncker habe ihm gesagt, er wolle mithelfen, dass es zu Lösungen komme.

Ob die EU den "Inländervorrang light" akzeptieren werde, wollte der Bundespräsident nicht sagen. Juncker habe zwar persönlich Stellung genommen, müsse zuerst aber die Zustimmung der EU-Länder erhalten. "Aber ich habe ein gutes Gefühl nach dem gestrigen Treffen", sagte Schneider-Ammann.

Konfliktprävention

Schneider-Ammans Kollege Didier Burkhalter umriss vor den Medien den Schwerpunkt seiner Botschaft an die UNO dieses Jahr mit den Worten "Frieden und Sicherheit durch Prävention".

"Der Einsatz für Prävention zur Stärkung von Frieden und Sicherheit ist sehr schweizerisch, es gehört zu unserem Verständnis dessen, was wir im Rahmen der UNO tun können." Die Schweiz setze vor allem auf die Umsetzung konkreter Projekte, die sie lanciert habe, oder bei denen sie seit längerer Zeit mit anderen Staaten zusammenarbeite.

Die Schweiz verfolgt vor allem konkrete Projekte, um gegen gewalttätigen Extremismus und Terrorismus vorzugehen. Um für junge Menschen andere Perspektiven zu schaffen als den Weg zur Gewalt und Extremismus, sei vor allem auch die Mitwirkung von Frauen wichtig.

So nimmt der Aussenminister unter anderem an einem mit Brasilien organisierten Treffen teil, in dessen Zentrum die Bedeutung inklusiver Gesellschaften für eine friedliche Entwicklung steht. Für die Umsetzung solcher Projekte braucht es auch Geld.

Darum geht unter anderem bei einem mit den USA organisierten Treffen zum Global Community Engagement and Resilience Fund (GCERF), der einen Spendenaufruf lanciert hat, um seine Arbeit in diesem Bereich fortsetzen zu können. Der Fonds wurde 2014 in Genf gegründet und führt seither erste Projekte in Bangladesch, Mali und Nigeria durch. (sda)


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