Schulreform in Italien kommt voran

ITALIEN ⋅ Trotz Studentendemonstrationen in mehreren Städten hat die italienische Regierung am Donnerstagabend eine umfangreiche Schulreform verabschiedet. Die Reform sieht feste Arbeitsverträge für 150'000 Lehrer vor, die bisher nur befristet angestellt waren.

"La buona scuola" (Die gute Schule) heisst das Programm der Regierung um Premier Matteo Renzi, das etappenweise umgesetzt werden soll. Der Zuständigkeitsbereich der Schulleiter und die Autonomie der Schulen werden ausgedehnt. Schulleiter werden flexibler bei der Wahl der Lehrer und der Unterrichtsfächer handeln können.

Unterricht in Fremdsprachen sowie Informatik sollen gefördert werden. "Die Schulreform ist die wichtigste Reform, die diese Regierung je verabschiedet hat", sagte Renzi bei einer Medienkonferenz in Rom.

Die Zahl der Schüler pro Klasse wird reduziert. Die Fortbildung der Lehrer ist ein wesentlicher Bestand der Reform, berichtete Renzi. "Endlich investiert der Staat wieder in das Schulsystem."

Anderer Ansicht sind die rund 50'000 Schüler und Studenten, die am Donnerstag in rund 40 italienischen Städten gegen Renzis Reform demonstriert haben. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, dem öffentlichen Schulsystem Ressourcen zugunsten von Privatschulen zu entziehen.

"Wir sind eine Generation ohne Zukunft", klagten die jungen Demonstranten in Anspielung auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Italien, die im vergangenen Jahr auf über 40 Prozent geklettert ist. Bei der Demonstration in Mailand kam es zu Ausschreitungen zwischen Studenten und Sicherheitskräften. (sda/apa)


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