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Separatisten wollen Truppe verstärken

UKRAINE ⋅ Der Separatistenführer im ostukrainischen Donezk, Alexander Sachartschenko, hat eine "Generalmobilmachung" in den kommenden Tagen angekündigt. Es sei geplant, bis zu 100'000 Kämpfer in der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" mobil zu machen.

Dies sagte Sachartschenko am Montag der Nachrichtenagentur der Rebellen, DAN. Dies solle in zehn Tagen geschehen. Wie die Mobilmachung durchgesetzt werden soll, gab er nicht bekannt. Die Separatisten hatten vergangene Woche erklärt, sie wollten ihre Offensive in den Regionen Donezk und Lugansk ausweiten. Ein Grossteil des Gebiets wird bis jetzt von Kiew kontrolliert.

Bei den jüngsten Gefechten zwischen ukrainischen Truppen und prorussischen Rebellen wurden nach ukrainischen Behördenangaben mindestens acht Menschen binnen 24 Stunden getötet. Darunter seien fünf Soldaten, teilte ein ukrainischer Militärsprecher am Montag mit.

29 weitere Soldaten wurden demnach verletzt, Armeestellungen seien mehr als 100 Mal beschossen worden. Separatistensprecher Eduard Bassurin berichtete von etwa 7 Toten und 23 Verletzten in den eigenen Reihen. Die prorussischen Aufständischen gaben ukrainischen Regierungseinheiten die Schuld, unabhängige Berichte lagen zunächst nicht vor.

Russen befürchten offenen Krieg

In Russland befürchten einer Umfrage zufolge immer mehr Menschen eine weitere Eskalation des Konflikts. Die Zahl derer, die einen offenen Krieg zwischen Russland und der Ukraine für "ziemlich wahrscheinlich" halten, sei innerhalb von drei Monaten von 17 auf 26 Prozent gestiegen, teilte das staatliche Meinungsforschungsinstitut Wziom mit.

Zehn Prozent der etwa 1600 Befragten sagten gar, in ihren Augen sei ein solcher Bruderkrieg bereits im Gange.

Aufforderung zur Zurückhaltung

Die Aussenminister Russlands, Chinas und Indiens riefen bei einem Treffen in Peking die Kriegsparteien in der Ukraine zur Zurückhaltung auf. Das sagte der russische Aussenminister Sergej Lawrow nach den Gesprächen am Montag laut einem Bericht der Agentur Itar-Tass.

Gemeinsam forderten sie die Beteiligten in der Ukraine auf, sich an das im September in Minsk vereinbarte Friedensabkommen zu halten. Dazu gehört der Abzug schwerer Waffen von einer Demarkationslinie. Das Abkommen ist immer wieder verletzt worden.

Angesichts des wachsenden westlichen Drucks wegen des Kriegs in der Ukraine orientiert sich Russland stärker in Richtung Asien. Um ein Gegengewicht zu den USA zu bilden, sucht Russland die Nähe zu China und Indien. Peking hat zwar Russland öffentlich immer wieder unterstützt, sich mit wirtschaftlicher Hilfe für Moskau jedoch weitgehend zurückgehalten. (sda/afp/dpa/reu)

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