Neue Luzerner Zeitung Online

Nach 1991 wieder eine US-Botschaft

MOGADISCHU ⋅ Die USA haben erstmals seit 1991 wieder einen Botschafter für Somalia. Präsident Barack Obama bestimmte die langjährige Diplomatin Katherine Dhanani für den Posten, wie das Aussenministerium am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Sie muss nun noch vom Senat bestätigt werden. Das Aussenministerium sprach von einem "historischen" Schritt. Gleichwohl soll demnach nicht sofort wieder eine US-Botschaft in der somalischen Hauptstadt Mogadischu eröffnet werden, sondern erst, "wenn es die Sicherheitsbedingungen erlauben".

Dhanani werde ihre Arbeit zunächst in der US-Vertretung in Nairobi im benachbarten Kenia ausführen. In Somalia ist unter anderem die islamistische al-Shabaab-Miliz aktiv, die immer wieder schwere Angriffe verübt.

Die USA hatten im Januar 2013 erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder eine Regierung in Somalia anerkannt. Das ostafrikanische Land war nach dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 im Bürgerkrieg versunken.

Filmreife Militäraktion

Eine US-geführte Friedensmission sollte ab 1992 wieder für Stabilität sorgen, die Gewalt eskalierte jedoch. Der damalige US-Präsident Bill Clinton zog die Truppen wieder ab, nachdem 1993 eine somalische Miliz in Mogadischu zwei Black-Hawk-Helikopter abgeschossen und 18 US-Soldaten getötet hatte.

Die tödliche Episode aus dem Bürgerkrieg in Somalia wurde später verfilmt. Das US-Kriegsdrama von Regisseur Ridley Scott mit dem Titel "Black Hawk Down" erhielt 2002 zwei Oscar-Auszeichnungen. (sda/afp)

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