Streik führt zu Problemen im Fernverkehr

BAHN ⋅ Der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn (DB), der in der Nacht auf Mittwoch um 2 Uhr beginnen soll, wird auch Auswirkungen auf den Schweizer Bahnverkehr haben. Einige Züge nach Deutschland fallen ab der Grenze aus.

Die SBB rät Reisenden, die nach Deutschland fahren wollen, sich vor der Abreise am Schalter, auf der Internetseite der DB oder via den kostenpflichtigen Railservice unter 0900 300 300 zu informieren.

An den Grenzbahnhöfen Basel, Schaffhausen und St. Margrethen ist die SBB zudem mit zusätzlichem Informationspersonal präsent, wie SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi am Dienstag auf Anfrage sagte. Beim letzten Streik habe sich aber gezeigt, dass die Reisenden schon gut informiert gewesen seien.

Probleme in Schaffhausen und St. Margrethen

Da nur die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) streikt, werden die Züge ab Basel nach Deutschland teilweise fahren, wie Pallecchi sagte. Starke Behinderungen erwartet die SBB im Grenzverkehr ab Schaffhausen und St. Margrethen.

Die Züge von Zürich nach München werden laut Railinfo ab Bregenz ausfallen. Die Busse von Zürich nach München sollen hingegen planmässig verkehren. Die Züge ab Zürich nach Stuttgart fallen ab Schaffhausen ebenfalls aus. Reisende nach Stuttgart können stattdessen über Basel und Karlsruhe fahren.

Eine Alternative müssen auch jene Passagiere suchen, die in der Nacht auf Mittwoch im Zug nach Deutschland reisen wollten: Beide Nachtzüge fallen aus.

Deutsche Bahn bietet Ersatzfahrplan

Die DB stellte sich auf erhebliche Zugausfälle auf den Fernstrecken ein. "Wir bedauern besonders, dass es ausgerechnet am Pfingstwochenende dazu kommt", sagte Bahn-Geschäftsleitungsmitglied Ulrich Homburg am Dienstag in Berlin. Die DB werde ihren Kunden aber erneut einen stabilen Ersatzfahrplan bieten, erklärte er.

Trotz des Streiks der Lokführer sollen in den kommenden Tagen rund ein Drittel aller Fernzüge und - je nach Region - zwischen 15 und 60 Prozent aller Regionalzüge fahren. Im Güterverkehr sollen mehr als zwei Drittel aller Züge rollen.

Damit stelle die Bahn "ein Stück Mobilität in Deutschland sicher", sagte Homburg. An Pfingsten werde das Unternehmen versuchen, zusätzliche Fernverkehrszüge auf den Hauptkorridoren zu fahren.

Tarifkonflikt schwelt seit Monaten

Die GDL will von Mittwochmorgen um 02.00 Uhr in einen unbefristeten Streik treten. Ein Enddatum nannte die Gewerkschaft nicht; dieses soll 48 Stunden im voraus mitgeteilt werden.

Am Wochenende waren Verhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL erneut gescheitert. Beide Parteien beschuldigten sich gegenseitig für den Abbruch verantwortlich zu sein.

Der Konflikt um einen neuen Tarifvertrag läuft bereits seit mehr als zehn Monaten. Er ist besonders kompliziert, weil der Bahnkonzern parallel auch mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt.

Beide Gewerkschaften wollen Tarifverträge aushandeln, in denen alle ihre Mitglieder repräsentiert sind. Die Deutsche Bahn will jedoch unterschiedliche Regelungen innerhalb der gleichen Berufsgruppen verhindern. (sda/dpa/reu/afp)


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