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Tote an Jahrestag von Aufstand gegen Mubarak

ÄGYPTEN ⋅ Krawalle mit zahlreichen Toten haben den vierten Jahrestag des Volksaufstandes in Ägypten geprägt: Bei Protesten gegen die Regierung wurden mindestens 14 Menschen getötet.

Allein in der Hauptstadt Kairo wurden am Sonntag nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwölf Demonstranten getötet. In Alexandria sei ein weiterer Protestteilnehmer erschossen worden. Nach Angaben des Innenministeriums erschossen zudem Demonstranten in Kairo einen Polizisten, elf weitere Beamte seien verletzt worden.

Zu schweren Zusammenstössen kam es in Kairo insbesondere zwischen der Polizei und islamistischen Demonstranten. Aber auch gegen laizistische Regierungsgegner gingen die Sicherheitskräfte massiv vor.

Im Stadtzentrum setzte die Polizei scharfe Munition und Tränengas gegen hunderte Menschen ein, die sich auf dem Tahrir-Platz - dem Zentrum des Volksaufstands von 2011 - versammeln wollten.

Der in Alexandria erschossene Demonstrant hatte nach Polizeiangaben zuvor das Feuer auf die Beamten eröffnet. Diese hätten das Feuer erwidert und den Mann tödlich getroffen. Drei weitere Protestierende wurden demnach bei dem Vorfall verletzt.

Bei den Demonstranten handelte es sich vor allem um Anhänger des vom Militär gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Landesweit wurden nach offiziellen Angaben bei den Demonstrationen am Sonntag 150 Menschen festgenommen.

Schrotkugeln der Polizei

Bereits am Samstagabend hatte es im Zentrum von Kairo einen Protestmarsch linker Demonstranten gegeben, bei dem es ebenfalls zu Zusammenstössen mit der Polizei kam. Eine 34-jährige Demonstrantin sei durch Schrotkugeln getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Nach Angaben von Protestteilnehmern wurden die Kugeln von der Polizei abgefeuert, um die Menge auseinanderzutreiben. Den Demonstranten zufolge setzte die Polizei auch Tränengas ein und nahm den Chef der Partei Sozialistische Volksallianz sowie fünf junge Parteimitglieder fest.

Zur Trauerfeier für die getötete Demonstrantin kamen am Sonntag hunderte Menschen in Alexandria zusammen.

Gedenken an Mubaraks Sturz

In Ägypten fällt der Jahrestag der Revolution von 2011, die zum Sturz des Langzeitherrschers Husni Mubarak führte, stets auf den landesweit gefeierten "Tag der Polizei". Der 25. Januar ist daher Feiertag, Versammlungen zu Ehren der 2011 getöteten Demonstranten werden jedoch aus Sicherheitsgründen verboten.

Bei den Protesten gegen Mubarak waren damals mehr als 800 Menschen gestorben. Der Diktator musste in der Folge zurücktreten, ein Verfahren gegen ihn wegen Mitschuld am Tod der Demonstranten wurde jedoch eingestellt.

Das nordafrikanische Land kommt seit Mubaraks Sturz nicht zur Ruhe. Der Mitte 2012 erste frei gewählte Präsident Ägyptens, der Islamist Mohammed Mursi, wurde nach einem Jahr im Amt vom Militär gestürzt, das daraufhin die Macht übernahm.

Seitdem gehen die Behörden mit aller Härte gegen Anhänger der Mursi nahe stehenden islamistischen Muslimbruderschaft vor. Zudem greifen die Behörden verstärkt gegen linke und säkulare Oppositionelle durch, die zwar den Sturz Mursis guthiessen, aber auch den Nachfolger Abdel Fattah al-Sisi kritisieren.

Kairo am Sonntag menschenleer

In Kairo waren am Sonntag viele Strassen menschenleer, auf Hauptstrassen standen Polizisten mit Maschinenpistolen Wache. Der Tahrir-Platz wurde von gepanzerten Armeefahrzeugen abgeriegelt.

Lediglich einige Dutzend Anhänger von Präsident Sisi versammelten sich auf dem Platz. Sie hielten ägyptische Flaggen hoch und riefen "Es lebe Ägypten". (sda/afp/dpa)

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