Tote bei Anti-Kabila-Protesten in Kinshasa

KONGO ⋅ In der Demokratischen Republik Kongo sind bei gewalttätigen Protesten der Opposition gegen Präsident Joseph Kabila am Montag mindestens 17 Menschen getötet worden. Nach dem Tod von zwei Polizisten wurde eine geplante Kundgebung gegen den Staatschef verboten.

Aktualisiert: 
19.09.2016, 18:59

Das sagte Regierungssprecher Lambert Mende. Von Seiten der Opposition hiess es, vier Zivilisten seien getötet worden. Die Amtszeit des Staatschefs endet am 20. Dezember, die Opposition befürchtet jedoch, dass er sich an die Macht klammern will.

Die Demonstranten riefen "Kabila verschwinde!" Sie warfen Steine auf die Polizei, die ihrerseits Tränengas einsetzte, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Im Stadtviertel Limete wurden ein Bus und ein Auto in Brand gesetzt. Ausserdem verbrannten die Demonstranten ein grosses Porträt des Präsidenten.

Joseph Kabila steht seit 2001 an der Staatsspitze. Laut Verfassung kann er nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren. Allerdings gab es bislang keine Anzeichen, dass die Regierung eine Neuwahl organisiert. Das Verfassungsgericht entschied im Mai, dass Kabila an der Spitze einer Interimsregierung über den Dezember hinaus im Amt bleiben könne.

Auch Spannungen in Lubumbashi

Einer der beiden getöteten Zivilisten wurde laut den Angaben einer katholischen Ordensfrau "bei lebendigem Leib verbrannt". Der Regierungssprecher warf den Demonstranten vor, sie suchten das "totale Chaos", es gebe "gezielte Plünderungen". Auch in der zweitgrössten Stadt des Landes, Lubumbashi, gab es Spannungen zwischen Polizei und Opposition.

Die Jugendlichen schwenkten am Morgen weiss-blaue Fahnen der Union für Demokratie und sozialen Fortschritt des Oppositionsführers Etienne Tshisekedi. Der 83-Jährige kehrte im Juli nach zwei Jahren Abwesenheit in die Demokratische Republik Kongo zurück.

Bei der Wahl 2011 unterlag Tshisekedi dem Amtsinhaber. Nach Angaben der UNO wurden am Freitag in Kinshasa 16 Oppositionelle festgenommen, nachdem sie darüber beraten hatten, wie Kabila von einem Amtsverbleib abgehalten werden könnte. (sda/afp)


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