Nordkorea will Weltraumrakete starten

SEOUL ⋅ Nach einem weltweit kritisierten Atomtest im Januar will Nordkorea diesen Monat erneut eine Rakete mit einem Satelliten starten.

Das Land habe drei UNO-Organisationen über die Startpläne informiert, sagte UNO-Sprecher Farhan Haq am Dienstag in New York: die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO), die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) sowie die Internationale Fernmeldeunion (ITU).
 
Der «Erdbeobachtungssatellit» solle zwischen dem 8. und 25. Februar starten. Der Start einer neuen nordkoreanischen Weltraumrakete würde die ohnehin gespannte Situation in der Region verschärfen.
 
Der vierte Atomtest Nordkoreas am 6. Januar hatte erneut weltweit Empörung ausgelöst. Im UNO-Sicherheitsrat wird derzeit über neue Sanktionen gegen das weithin isolierte Regime von Machthaber Kim Jong Un diskutiert. Das Atom- und Raketenprogramm des Landes wird in der Region und darüber hinaus als Bedrohung gesehen.
 
Der Satellit werde zwischen dem 8. und 25. Februar zwischen 7.00 Uhr morgens und Mittag (Ortszeit) ins All befördert, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Kyodo einen Regierungsbeamten. Der Satellit werde eine vierjährige Betriebsdauer haben.

China schickt Sonderbeauftragten

China schickte unterdessen laut Kyodo seinen Sonderbeauftragten für die koreanische Halbinsel nach Nordkorea. «Wir beobachten die Entwicklungen genau und stehen in engem Kontakt mit den Beteiligten und internationalen Organisationen», sagte UNO-Sprecher Haq.
 
Zuletzt hatten Experten des US-Korea-Instituts an der Johns-Hopkins- Universität in den USA berichtet, dass es Hinweise auf erste Vorbereitungen für einen neuen Raketenstart in Nordkorea gebe. Das gehe aus Satellitenbildern von der Raketen-Startanlage in Sohae an der Westküste hervor.
 
Nordkorea hatte dort Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet und behauptet, einen Satelliten ins All gebracht zu haben. Die USA warfen dem Land vor, einen verdeckten Test für atomar bestückbare Interkontinentalraketen unternommen zu haben.
 
Die USA befürchten, dass Nordkorea seinem Ziel immer näher kommt, Atomwaffen zu bauen, die klein genug sind, um sie auf Langstreckenraketen zu montieren.
 
Der chinesische Chefunterhändler im Atomstreit mit Nordkorea, Wu Dawei, sei am Dienstag in Nordkorea eingetroffen, berichtete Kyodo aus Pjöngjang. Zum Zweck seines Besuchs gab es zunächst keine Einzelheiten. In Südkorea wurde spekuliert, dass die Folgen des Atomtests das Hauptthema sein dürften.
 
Die USA und Südkorea haben China in den vergangenen Wochen aufgerufen, sich härteren internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang anzuschliessen. China hatte den neuen Atomtest von Nordkorea deutlich kritisiert und seinen traditionellen Verbündeten aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

sda


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