Macron und Trudeau inszenieren Freundschaft

FRANKREICH - KANADA ⋅ Die Polit-Freunde Emmanuel Macron und Justin Trudeau haben sich am Montag in Paris getroffen. Kanadas Regierungschef Trudeau nutzte die Gelegenheit um für das umstrittene Ceta-Freihandelsabkommen zu werben.
16. April 2018, 19:21

Das Abkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada sei ein "neuer Standard für alle Freihandelsabkommen, die in der Zukunft unterschrieben werden könnten", sagte Trudeau im Elyséepalast. Das Abkommen werde Arbeitsplätze schaffen, zeigte sich der Kanadier überzeugt.

Trudeau und er hätten beide den Willen, Handelsabkommen mit sozial-, umwelt- und gesundheitspolitischen Ansprüchen in Einklang zu bringen, sagte Macron. Frankreich hatte im vergangenen Jahr gefordert, bei der Ceta-Umsetzung sicherzustellen, dass Massnahmen zum Klimaschutz nicht von Investoren vor Investitionsgerichten angegriffen werden können.

Ceta wird seit Mitte September europaweit in wesentlichen Teilen vorläufig angewendet. Regelungen zum Investitionsschutz im Rahmen von Ceta können aber erst in Kraft treten, wenn sämtliche EU-Staaten das Abkommen ratifiziert haben.

Dabei geht es um sogenannte öffentliche Investitionsgerichte, die Rechtsstreitigkeiten zwischen Unternehmen und Staaten klären sollen. Trudeau will am Dienstag auch vor der französischen Nationalversammlung sprechen.

"Extrem enge Übereinstimmung"

Macron und Trudeau stellten am Montag erneut ihre innige Freundschaft zur Schau. Zur Begrüssung gab es eine Umarmung auf den Stufen des Elysée-Palasts, es folgten Freundschaftsbeteuerungen vor den Medien, schliesslich verliessen beide Politiker gemeinsam die Medienkonferenz - jeweils mit dem Arm auf dem Rücken des anderen.

Bereits vor einem Jahr hatte ein gemeinsamer Spaziergang der beiden adretten Staatsmänner am Rande des G7-Gipfels in Taormina für Aufsehen gesorgt. Die beiden Liberalen sehen sich als natürliche Verbündete in einer Welt, die immer stärker von nationalistischer Rhetorik geprägt ist. "Wir haben eine extrem enge Übereinstimmung unserer Ansichten", bestätigte Macron bei der Medienkonferenz am Montag. (sda/dpa/afp)


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